Gemeinderat stellt Machbarkeitsstudie in einer Einwohnerversammlung am 27. November vor
Wird es in Bell schon bald einen Dorfladen geben?
Bell. Die Gemeinde Bell beabsichtigt, in 2018 weitere Urnengräber zu errichten, die auf Wunsch der Gemeinde zur Doppelbelegung vorgesehen sind. Aufgrund der Größe der vorgesehenen Fläche sind max. 75 Urnengräber möglich. Die genaue Anzahl ist aufgrund der angrenzenden Bäume/Wurzeln erst bei den Tiefbauarbeiten ersichtlich. Die Bauverwaltung hatte entsprechende Tiefbau-Leistungen öffentlich ausgeschrieben und von acht Firmen haben sechs fristgerecht ein Angebot zur Submission abgegeben. In seiner Sitzung am 22. Oktober beschloss der Beller Gemeinderat einstimmig, den Auftrag für die Tiefbauarbeiten zur Errichtung von weiteren Urnengräbern an die wenigst fordernde Firma Fuchs, Burgbrohl, zum Angebotspreis von 14.007,49 Euro (brutto) zu vergeben. Im Haushalt sind für die Tiefbau- und Natursteinarbeiten insgesamt 43.500,00 Euro eingeplant. Die Natursteinarbeiten werden separat ausgeschrieben und zeitnah vergeben. Dazu wurde der Ortsbürgermeister in Absprache mit den Beigeordneten und Fraktionsvorsitzenden ermächtigt, die Auswertung und das Angebot an den wirtschaftlich günstigsten Anbieter vorzunehmen. Die Kosten hierfür wurden von der Verwaltung auf ca. 8.000,00 bis 9.000,00 Euro geschätzt.
Dorfladen für Bell?
In diesem Frühjahr waren alle Beller Haushalte eingeladen, an einer Befragung zur Betreibung eines Dorfladens in Bell teilzunehmen. Die Ergebnisse dieser Befragung sind in eine von der Gemeinde Bell bei der Unternehmensberatung Volker Bulitta in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie eingeflossen, die inzwischen vorliegt. Ortsbürgermeister Bernd Merkler gab in der jüngsten Sitzung bekannt, dass er nicht beabsichtige, dieses Thema aktuell im Rat zu diskutieren, da er zunächst am 27. November zu einer Einwohnerversammlung einladen werde, um den Bürgern die Möglichkeit zu geben, sich dazu zu äußern. An der Versammlung wird auch ein Mitarbeiter der Unternehmensberatung Volker Bulitta teilnehmen und direkt vor Ort alle evtl. aufkommenden Fragen zu beantworten.
Kürzlich waren einige Ratsmitglieder auf Einladung der Wählergruppe Zepp zu Gast in Greimersburg bei Kaisersesch, wo ein Dorfladen ausschließlich von ehrenamtlichen Mitarbeitern geführt wird. Auch in Bell hatten im Rahmen der Befragung 39 Haushalte signalisiert, sich ehrenamtlich bei der Betreibung eines Dorfladens engagieren zu wollen.
Der Aufbau der Machbarkeitsstudie ist in drei Analysephasen aufgeteilt: So stellt der Analysebereich A die aktuelle Versorgungssituation der Bürger von Bell dar. Es wird aufgezeigt, welche Einkaufsmöglichkeiten im Sinne der Grundversorgung im Ort sowie in der Umgebung vorhanden sind und wie diese von den Beller Haushalten genutzt werden. Der Analysebereich B geht auf die zu erwartende Nachfrage ein. Grundlage bildet eine zielgruppenspezifische Bedarfsanalyse, welche die Ableitung sinnvoller Sortiments- und Leistungskomponenten für eine neue Versorgungseinrichtung im Ort ermöglicht. Im Analysebereich C wird die wirtschaftliche Tragfähigkeit eines Dorfladens untersucht. Ausgangspunkt bildet die Ermittlung der Kosten, die im Rahmen der Betreibung anfallen. Die im Analysebereich B ermittelte Umsatzerwartung gibt im Abgleich mit der Kosteneinschätzung Aufschluss über die wirtschaftliche Machbarkeit einer langfristig tragfähigen Betreibung eines neuen Dorfladens.
In der abschließenden zusammenfassenden Beurteilung wird auf der Basis der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie sonstiger qualitativer Faktoren eine ganzheitliche Bewertung über die Zweckmäßigkeit des Vorhabens vorgenommen und es werden Handlungsempfehlungen zur weiteren Vorgehensweise ausgesprochen.
Schließung der Bäckerei und der Gaststätte
In Bell sind mit der Bäckerei „Zum Laacher See“ der Familie Handeck und der Metzgerei „Anja´s Metzgereck“ aktuell zwei Nahversorgungsangebote angesiedelt, die den Bürgern den Einkauf der jeweiligen Frischeprodukte sowie eines kleinen Zusatzangebotes an Waren des täglichen Bedarfs in der Ortsmitte ermöglichen. Mit der beabsichtigten Schließung der Bäckerei und Gaststätte
„Zum Laacher See“ zum Jahresende 2018 würde die Angebotssituation sich für die Beller Haushalte weiter verschlechtern – sofern das Angebot nicht nur als eine adäquate Nachfolgelösung (zum Beispiel einen Dorfladen) oder als eine andere Maßnahme erhalten bleibt. Die örtliche Metzgerei hat ihr Angebot zwar in den vergangenen Monaten leicht erweitert (u.a. um ein kleines Backwarensortiment), wäre damit aber derzeit noch kein gleichwertiger Ersatz für die Bäckerei. Die Betreiber der Metzgerei haben sich bereits mit Überlegungen einer Geschäftserweiterung befasst und den Immobilieneigentümer diesbezüglich angesprochen. Ob die Einrichtung eines Dorfladens mit den zuvor beschriebenen Elementen als Ergänzung zum Metzgereibetrieb denkbar ist, müsste in weiteren Gesprächen mit den Betreibern erörtert werden.
FRE
