Cochemer ARGE-Projekt „Notinseln“ für Kinder kommt gut an
„Wo wir sind, bist Du sicher..!“
Cochem. Es ist wichtig, vom Konzept her gut durchdacht und vor allem beispielgebend, was die ARGE Cochem in Zusammenarbeit mit der Stadt kürzlich als soziales Hilfsprojekt für Kinder in der Region gestartet hat. Unter dem Motto: „Wo wir sind, bist Du sicher“, bieten aktuell bereits zahlreiche Cochemer Geschäftsleute Kindern bei Bedarf ihre Hilfe direkt in ihren Geschäftsräumen an. „Notinsel“ nennt sich dieses Projekt, das unter der Schirmherrschaft der „Hänsel & Gretel-Stiftung“ als Dachorganisation läuft und mit der ARGE und der Stadt Cochem einen weiteren Projekt-Partner gefunden hat. Ziel der „Notinsel“ ist es, verängstigten Kindern Schutzräume zu bieten, die Hilfe und Zuflucht vor Gewalt und Gefahr suchen. „Man kann nie voraussehen oder wissen, was hinter der nächsten Ecke lauert – was im eigenen Umfeld, ja sogar im engsten Familienkreis passieren kann. Leider weiß man das oft erst, wenn es zu spät ist!“
Direkte Hilfestellung und Problemlösungen finden Kinder dann in jenen Geschäften, die das „Notinsel-Zeichen“ an ihrer Eingangstür
angebracht haben. Hier weiß man was zu tun ist und kennt auch in der Folge die passenden Ansprechpartner für die Hilfesuchenden. Laut ARGE-Vorsitzendem Thomas Theiß haben sich in der aktuellen Anlaufphase bereits 25 Cochemer Geschäftsleute dem Projekt angeschlossen. Weiterhin zeigt er sich zuversichtlich, dass die Zahl derer demnächst auf gut 50 anwachsen wird. „Es ist eine tolle Sache und die Resonanz ist von allen Seiten gut“, weiß diesbezüglich auch Bürgermeister Wolfgang Lambertz zu berichten. Man habe das Projekt bei einem ARGE-Meeting, im Kindergarten und auch bei einer Elternbeiratswahl vorgestellt und von überall her positive Signale und breite Zustimmung erhalten. Erste praktische Maßnahme: „Im Rahmen einer „Spazier-AG“ gehen Betreuer mit den Kindergartenkindern in der Stadt die „Notinsel-Aufkleber“ an den Geschäften suchen. Mit dem Direktorat und dem Lehrpersonal der Grundschule bestehen auch bereits Kontakte. Hier beabsichtigt man vonseiten der Cochemer Projektpartner, ebenso Schüler wie Eltern über die Wichtigkeit der „Notinsel“ aufzuklären und dahingehend zu sensibilisieren. Wenngleich das Projekt primär für die einheimischen Kinder gestartet wurde, so steht es natürlich gleichermaßen für alle hilfesuchenden Kinder, wie bspw. die von Touristen zur Verfügung. „Für die am Projekt teilnehmenden Geschäftsleute entstehen keine finanziellen Verpflichtungen“, unterstreicht Lambertz ausdrücklich. Hinsichtlich der Wichtigkeit des „Notinsel-Projektes“ kann er aber noch mit einem selbst erlebten Beispiel aufwarten, als ein vierjähriges Mädchen, scheinbar völlig aufgelöst und laut weinend, ein Cochemer Geschäft betrat und offensichtlich in der Menschenmenge ihre Eltern verloren hatte. Auch wenn sich das Mädchen aus Belgien mangels Deutschkenntnissen überhaupt nicht verständlich machen konnte, konnte man sie trotzdem wieder unversehrt ihren überglücklichen Eltern zuführen.
„Die „Notinsel“ ist ein Projekt, das überall Schule machen sollte“, äußerte sich Wolfgang Lambertz abschließend und er verlieh seiner Hoffnung darüber Ausdruck, dass sich auch in der gesamten Region viele Geschäftsleute diesem Projekt anschließen werden. Auskunft über das Projekt erteilt die Stadt Cochem über Tel.: 02671-6090 oder E-Mail: stadt@cochem.de . Weitere Informationen über www.notinsel.de .
TE
Der „Notinsel-Flyer“ als Info für die Kinder und deren Eltern.
Sabrina Heilig und ihr Team vom Haarstudio Daun sind ebenfalls eine Anlaufadresse für hilfesuchende Kinder.
Beim Modehaus Endlich in der Ravené-Straße ist der „Notinsel-Aufkleber“ links neben der Eingangstür erkennbar.
Auch in der Buchhandlung Layaa-Laulhé in der Oberbachstraße finden Kinder bei Bedarf Hilfe und Unterstützung.
