Leserbrief zum Artikel Blick aktuell „Es ist eher fünf nach zwölf als fünf vor zwölf“
Wohlfeile Sonntagsreden sind genug geführt!
Das Rheintal ist eine Lärmhölle durch die Rheintalbahntrasse. Schon mehr als zehn Jahre! Der engagierte Kampf gegen diesen absolut krank machenden Bahnlärm ist daher richtig und unverzichtbar. Und jedem engagierten Kämpfer gegen diesen Bahnlärm ist zu danken - natürlich auch dem omnipräsenten, umtriebigen CDU-MdB Erwin Rüddel. Landrat Achim Hallerbach, CDU, und der Stellvertreter des Landrats, Michael Mahlert, SPD, haben das Engagement von Herrn Rüddel auch besonders hervorgehoben.
Auffällig ist jedoch, dass weder Herr Hallerbach noch Herr Mahlert zu wissen scheinen, dass es neben Herrn Rüddel noch höchstengagierte Bahnlärmgegner in der Politk gibt, die zwar weniger öffentlichkeitspräsent als Herr Rüddel, aber umso entschiedener und nachhaltiger gegen den Bahnlärm zu Felde gezogen sind und noch ziehen. Hier sind beispielsweise an herausragender Stelle zu nennen: RLP-Innenminister Roger Lewentz, SPD, RLP-Umweltministerin Ulrike Höfken, Grüne, Ex-RLP-Wirtschaftsministerin Eveline Lemke, Grüne, MdB Anton Hofreiter, Grüne, MdB Detlev Pilger, SPD, Norbert Neuser, MdEP, SPD, Tabea Rösner, Grüne. Das entschiedene und nachhaltige zu Felde ziehen gegen den Bahnlärm bezüglich der Rheintalbahntrasse der letztgenannten SPD- und Grünenpolitiker ist zweifelsfrei belegt durch zahlreiche einschlägige Bundestags- und Bundesratsdrucksachen und Interventionen/Kontakte gegenüber der EU durch den EU-Parlamentarier Norbert Neuser, SPD. Der Unterzeichner hat kommunale Lärmaktionspläne erstellt und kennt die genannten Bundestags- und Bundesratsdrucksachen. Bei allem Lob für Herrn Rüddel durch die Herren Hallerbach und Mahlert - sollte nicht der Eindruck erweckt werden, dass Herr Rüddel bei der Bahnlärmbekämpfung quasi „übers Wasser laufen“ könnte. Bis heute ist Herr MdB Rüddel, CDU, an allen CSU-Verkehrsministern im Ergebnis krachend gescheitert: Ex-Minister Ramsauer, Ex-Minister Drobrindt, Minister Scheuer. Das schmälert nicht das Engagement von Herrn Rüddel. Aber das zeigt, dass wohlfeile Sonntagsreden unter Schwesterparteifreunden (CDU/CSU) nicht zielführend sind. Es müssen härtere Saiten aufgezogen werden. Das ist möglich. Und das muss man wollen.
Die Gesundheit und die Immobilienvermögenswerte der Anwohner an der Rheintalbahntrasse sind seit Jahren in sehr großer, unzumutbarer Gefahr. Die Volksvertreter sind aufgerufen, das jetzt endgültig zu ändern. Stellen sich die CSU-Bundesverkehrsminister und die diese tragenden Parteien weiter quer, sollte der Souverän - die Wählerinnen und Wähler - diese Minister und diese Parteien konsequent abwählen. Die nächste Gelegenheit, mit dem Abwählen anzufangen, besteht bei der Europawahl am 26. Mai. Wir müssen uns alle engagieren, indem wir zumindest sach- und gemeinwohlorientiert wählen gehen!
Helmut Gelhardt,
Neuwied-Engers
