Stadtrat von Bad Neuenahr-Ahrweiler gibt die Entwurfsplanung für das neue Twin frei
„Wünsche ernst nehmen, aber das finanziell Machbare im Blick behalten“
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Der Neubau des Hallen- und Freizeitbades Twin war einer der Kernpunkte der jüngsten Stadtratssitzung in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Zum einen ging es um einen sogenannten Einwohnerantrag für einen innenliegenden Kleinkindbereich, zum anderen um die Freigabe der Entwurfsplanung.
Der Einwohnerantrag wurde von insgesamt 578 Personen unterzeichnet. Nach Prüfung durch die Verwaltung wurde festgestellt, dass davon 517 Unterschriften gültig und 61 ungültig sind. Damit wurde die Zahl der für einen Einwohnerantrag erforderlichen Unterschriften von mindestens 580 Unterschriften bei knapp 29000 Einwohnern nicht erreicht. Aufgrund der Thematik wurde der Antrag jedoch als Sammelpetition gewertet und wurde dem Rat entsprechend vorgetragen.
Zur Petition erklärte die Verwaltung, dass die derzeitige Raumplanung an einem Runden Tisch mit Vertretern der Verwaltung, des Architekturbüros, der Fraktionen, des DLRG, der Initiative „Rettet das Twin“ sowie ortsansässiger Sportvereine sowie im Stadtrat beraten wurde. Demnach ist der Kleinkindbereich im Freibad verortet.
Projekt für 37 Millionen Euro
Freigegeben wurde vom Stadtrat die Entwurfsplanung für das neue Bad. Das Hallenbad mit Sportbecken und Lehrschwimmbecken schlägt demnach mit 23 Millionen Euro zu Buche, das Freibad mit Mehrzweckbecken, Springerbecken und Kleinkindbereich mit 14 Millionen Euro, wobei der Freibadbereich zu 100 Prozent vom Wiederaufbaufonds getragen wird. Laut Bürgermeister Pascal Rowald ist für den Hallenbadbereich positiv zu vermerken, dass eine Grundsatzzusage des Innenministeriums im Rahmen der Sportförderung für eine Landesförderung in Höhe von vier Millionen Euro kumulativ zur bestehenden Bundesförderung in Höhe von drei Millionen Euro vorliegt. Der Kreiszuschuss beläuft sich auf 1,1 Millionen Euro. Zudem hat die Else-Schütz-Stiftung eine Spende in Höhe von 2,2 Millionen Euro für ein Lehrschwimmbecken zugesagt.
Unter Berücksichtigung der bislang vorliegenden Finanzierungszusagen, der erwirtschafteten Refinanzierungen aus Grundstücksverkäufen und der zugesagten Spende verbleibt ein nach Einschätzung der Verwaltung vertretbarer städtischer Eigenanteil. Daher gab der Rat die Entwurfsplanung inklusive der erstellten Kostenberechnung frei und beauftragte die Verwaltung mit der finalen Umsetzung der Maßnahme. Die erforderlichen Haushaltsmittel wurden für 2027 fortfolgend im Investitionsprogramm angemeldet. 2027 soll auch mit dem Bau im vierten Quartal begonnen werden. Die Fertigstellung ist für Sommer 2029 vorgesehen.
Stimmen der Fraktionen
Natalie Baum erklärte für die CDU-Fraktion, dass bewusst Prioritäten gesetzt wurden. „Ein vollwertiges Schwimmerbecken und ein separates Lehrschwimmbecken bilden das Herzstück des Hallenbads.“ Und mit Blick auf die Petition sagte Baum: „Eine erneute Änderung des Raumprogramms würde erhebliche Mehrkosten und zeitliche Verzögerungen verursachen. Verantwortungsvolle Kommunalpolitik bedeutet für uns deshalb, die Wünsche der Menschen ernst zu nehmen, gleichzeitig aber das finanziell Machbare im Blick zu behalten und gemeinsam getroffene Entscheidungen auch konsequent umzusetzen. Unser Ziel ist ein modernes, funktionierendes und langfristig finanzierbares Twin für unsere Kinder, unsere Schulen, unsere Vereine und die gesamte Bürgerschaft.“
Thomas Meyer, SPD-Fraktion: „Bis 2022 stand im Raumprogramm des Twin ein Kleinkindbereich im Hallenbad. Seit dem Runden Tisch 2025 steht er im Freibad. Der Kleinkindbereich ist also umgezogen – nur leider in eine Gegend, in der von Oktober bis April niemand badet. Diesen Kompromiss hat die SPD-Fraktion mitgetragen, und ich habe hier schon im März gesagt, dass ein eigener Kleinkindbereich wünschenswert gewesen wäre.“ Neues Planen würde jedoch neue Kosten und neue Monate ohne Bad bedeuten. Deshalb stimme die SPD der Entwurfsplanung zu. Meyer brachte jedoch die Idee eines Hubbodens im Lehrschwimmbecken auf, über die man nachdenken könne.
Regina Eckert sprach für die FWG von einem „tragfähigen Kompromiss“ und auch Sarah Rössel signalisierte für die Grünen Zustimmung. Marion Morassi sah „einen Meilenstein, auf den wir viel zu lange gewartet haben“ und Rolf Deißler machte für die FDP klar: „Der Runde Tisch hat sich für ein Funktionsbad entschieden.“ Und Rüdiger Nothnick fand für die AfD: „Es ist eine grundlegende Aufgabe, endlich wieder ein Schwimmbad zu haben.“ Und was sagte Bürgermeister Rowald: „Die Stadt will zeitnah zu Fortschritten kommen.“ GS
Auf dem Areal hinter dem Bauzaun an der Straße „Am Gartenschwimmbad“ soll bis 2029 das neue Twin entstehen. Foto: GS