Politik | 14.09.2020

Jobcenter: Digitales Aktensystem vereinfacht Antragstellung

Zahl der Leistungsempfänger steigt coronabedingt

Marion Krätz, stv. Geschäftsführerin des Jobcenters Westerwald und Jenny Groß MdL (v.l.). Foto: privat

Ruppach-Goldhausen. Die Arbeitsmarktsituation hat sich seit der Corona-Pandemie auch im Westerwaldkreis verschärft und es werden weitere Menschen Hilfe nötig haben. Arbeitnehmer aus dem Gastgewerbe sind stark betroffen, aber auch viele Selbstständige sind gezwungen, Leistungen beim Jobcenter zu beantragen. Eine enorme Erleichterung bei der Antragsstellung sowohl bei Kunden als auch bei den Mitarbeitern ist das digitale Aktensystem, das bereits vor zwei Jahren eingeführt und in den letzten Monaten stetig erweitert wurde. „Wir können die Leistungsanträge von jeder der vier Dienststellen des Jobcenters Westerwald aus bearbeiten. So ist es möglich, sich gegenseitig zu unterstützen und ein hohes Antragsvolumen auf viele Schultern zu verteilen. Uns ist es wichtig, auch in Krisensituationen jederzeit eine schnelle, existenzsichernde Hilfe zu gewährleisten“. Marion Krätz, stellvertretende Geschäftsführerin des Job-Centers Westerwaldspricht mit der CDU-Landtagsabgeordneten Jenny Groß über die augenblickliche Situation. „Mich erreichen immer wieder Fragen und persönliche Erlebnisse in der Thematik Jobcenter. Viele Menschen möchten jedoch nicht den Gang in das Jobcenter beschreiten und versuchen so lange wie es geht sich mit eigenen finanziellen Mittel über Wasser zu halten. Das Anmelden von Sozialleistungen ist für viele, verständlicherweise, eine persönliche Niederlage", schilderte die Landtagsabgeordnete die Lage derer, die sich an sie gewandt haben.

Ein hohes Engagement der Mitarbeiter in Jobcenter war in den letzten Wochen und Monaten erforderlich, um das erhöhte Antragsaufkommen zu bewältigen. In der Statistik ist die Zahl der Leistungsempfänger (ELB = erwerbsfähiger Leistungsberechtigter) und ihrer Angehörigen (BG =Bedarfsgemeinschaften) im Vergleich von Juli 2020 zu Juli 2019 sehr deutlich, von 4535 auf 5136 (ELB), beziehungsweise von 3514 auf 3909 (BG), gestiegen.

Im Westerwald hat Corona die Arbeitslosenquote um 1,0 – 1,1 Prozent auf 3,8 Prozent steigen lassen. Im Bundesdurchschnitt liegt der Westerwald damit allerdings noch immer auf einem niedrigen Niveau. „Wir können alle dankbar sein über den sehr gut aufgestellten Mittelstand und die nahezu Vollbeschäftigung, die wir zu Jahresbeginn im Kreis verzeichnen konnten", sagt Jenny Groß (MdL).

Als eine enorme Arbeitserleichterung und einen Schutz, gleichermaßen für Mitarbeiter und Kunden, beurteilt Krätz das digitale Aktensystem: „Persönliche Besuche der Kunden konnten damit deutlich reduziert werden.“ Der Hauptantrag könne zwar noch nicht digital eingereicht werden; Weiterbewilligungsanträge, Anlagen und Änderungsmitteilungen seien jedoch schon möglich. Nicht jeder Leistungsberechtigte verfügt über einen digitalen Zugang, meistens aber über eine mobiles Telefon. Daher fragte Jenny Groß, ob auch eine Abwicklung über eine App möglich sei. Krätz verwies dabei auf die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg, die derzeit an der Entwicklung arbeitet, wobei die App den hohen datenschutzrechtlichen Standards gerecht werden muss. Die Landtagsabgeordnete Jenny Groß bedankte sich bei Marion Krätz für den Überblick über die Situation im Leistungsbereich des Jobcenters. Die beiden Frauen wünschen sich, dass stabile Zahlen bei den Corona-Neuinfektionen, die arbeitsbedingte Situation im Westerwald möglichst schnell und umfassend verbessern.

Pressemitteilung
Jenny Groß (CDU), MdL

Marion Krätz, stv. Geschäftsführerin des Jobcenters Westerwald und Jenny Groß MdL (v.l.). Foto: privat

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