Wahlprüfsteine des Rheinbacher Seniorenforums zur Kommunalwahl 2020
Ziele für Senioren konstruktiv angehen
Beratungsbedarf zu Pflegethemen nimmt ständig zu
Rheinbach. Auch nach der Kommunalwahl am 13. September 2020 werden für Rat und Verwaltung der Stadt Rheinbach weiterhin Anliegen der älteren Mitbürger auf der Tagesordnung stehen. Allein aufgrund des steigenden Anteils älterer Menschen werden diese in Zukunft noch zunehmen. Das Rheinbacher Seniorenforum möchte die künftigen Mandatsträger auffordern, die nachstehenden, aus Sicht des Seniorenforums für die Rheinbacher Seniorinnen und Senioren wichtigen Ziele, konstruktiv anzugehen und umzusetzen. Im Wesentlichen geht es darum, die Rahmenbedingungen für ein möglichst langes, eigenständiges Leben in Rheinbach zu verbessern.
Im Juli 2018 hat das Senioreinforum der Stadt die Auswertung einer Bürgerbefragung 51 gefährliche Stolperstellen auf Bürgersteigen übergeben, die nach Gefährdungsgesichtspunkten mit Ampelfarben gekennzeichnet waren. Ca. 75 v.H. davon sind Fälle, deren Behebung bei der Stadt liegt, wie z.B. beschädigte, lockere oder hochstehende Gehwegplatten. Bei einer aktuellen Überprüfung der aufgezeigten haben wir festgestellt, dass eine Vielzahl noch nicht beseitigt ist. Wir sehen hier weiterhin dringenden Handlungsbedarf, um die Sicherheit aller Fußgänger zu erhöhen.
Der öffentliche Verkehrsraum in Rheinbach sollte gleichberechtigt zwischen Autoverkehr, Radfahrern und Fußgängern aufgeteilt werden. Dazu hält das Seniorenforum die Erstellung eines Fußwegekonzepts, das auch die Realisierung der Barrierefreiheit einschließt, für erforderlich. Es fehlen z.B. oft Bürgersteigabsenkungen, die ein gefahrloses Überqueren der Straße mit Rollator, Rollstuhl oder auch Kinderwagen ermöglichen.
Wohnsituation älterer Menschen
Wie können ältere Menschen in Rheinbach wohnen? Wie sieht es z.B. zukünftig aus mit „Betreutem Wohnen“, Seniorenwohngemeinschaften und Pflegeheimen oder anderen Wohnformen? Dazu wäre ein Konzept „Wohnen im Alter in Rheinbach“ zu erstellen, das den Bedarf ermittelt und dessen Umsetzung plant. Wichtig dabei ist auch, dass genügend bezahlbarer, barrierefreier Wohnraum zur Verfügung steht. Dies ist insbesondere für ältere oder alleinstehende Mitbürger mit keiner hohen Rente wichtig, die oft auch eine passende kleinere Wohnung suchen.
Nach der praktischen Erfahrung nimmt der Beratungsbedarf zu Pflegethemen ständig zu, zumal die Fragestellungen durch die häufigen gesetzlichen Änderungen immer komplexer und deshalb immer schwieriger zu verstehen sind. Zur Verbesserung der örtlichen Beratungsmöglichkeiten für zu pflegende Menschen und deren Angehörige halten wir in Zusammenarbeit mit den erforderlichen Trägern die Einrichtung eines Pflegestützpunktes in Rheinbach für erforderlich. Davon gibt es in NRW bereits ca. 60, allein 2 im Kreis Euskirchen aber noch keinen im linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis.
Ähnliche Überlegungen, Konzepte und Realisierungen erscheinen auch wichtig zur Gestaltung des täglichen Lebens von Senioren insbesondere in den Ortsteilen, von Einkaufen und Lieferservice, über Gesundheitsversorgung mit Ärzten und Physiotherapie bis zur Freizeitgestaltung z.B. in Seniorennetzen. Da gibt es reichlich politischen Gestaltungsspielraum zum Wohle unserer Seniorinnen und Senioren in der Stadt.
Das Rheinbacher Seniorenforum wird weiterhin mit Nachdruck an nachhaltigen Lösungen im Rahmen unserer Möglichkeiten mitarbeiten, damit Seniorinnen und Senioren in Rheinbach möglichst lange selbstbestimmt und in einem angenehmen Umfeld leben können. Das kann nur gelingen in enger Zusammenarbeit mit den Mandatsträgern und Parteien in unserer Stadt.
Pressemitteilung
des Rheinbacher Seniorenforums
