Stadtrat Rheinbach lehnt derzeit eine Mehrzweckhalle für Wormersdorf ab
Zuerst Bedarf im Dialog mit Bürgern und Vereinen ermitteln
Lenkungsgruppe Sportstättenentwicklungkonzept soll sich mit der Zukunft aller Turnhallen in den Rheinbacher Ortschaften beschäftigen
Wormersdorf. Keine Notwendigkeit zur zeitnahen Prüfung, ob eine Mehrzweckhalle in Wormersdorf verwirklicht werden könne, sah der Rheinbacher Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung.
Vielmehr soll sich die „Lenkungsgruppe Sportstättenentwicklungskonzept“ (LGS) gleich allumfassend mit der Frage beschäftigen, wie es mit den betagten Turnhallen und Mehrzweckhallen in den Ortschaften insgesamt weitergehen soll. Dabei soll vor allem geprüft werden, ob es vonseiten des Bundes, des Landes, der EU oder von irgendwelchen Stiftungen Fördergelder für die Errichtung oder Ertüchtigung von Mehrzweckeinrichtungen geben könne.
Die FDP-Fraktion hatte das Thema aufgegriffen, weil das Sport- und Vereinsleben in Wormersdorf schon seit vielen Jahren durch den Abriss der einstigen Tomburghalle beeinträchtigt sei. Die bestehende Turnhalle aus dem Jahre 1958 sei derzeit die einzige öffentliche Veranstaltungsörtlichkeit im Dorf und dringend sanierungsbedürftig. Die Nutzung der Halle für Veranstaltungen sei aber für die Organisatoren mit viel Aufwand verbunden, denn es müsse verhindert werden, dass die sportlichen Anlagen zu Schaden kommen. Darüber hinaus führten Veranstaltungen wie Karnevalssitzungen zu Ausfällen im sportlichen Bereich und beschränkten so die Nutzungsmöglichkeit durch Vereine und Initiativen sehr.
Dörfliche Strukturen erhalten und stärken
„Um unsere dörflichen Strukturen zu erhalten, sollten wir Strukturen stärken“, appellierte die FDP-Fraktionsvorsitzender Jana Rentzsch.
Schließlich hätten die Wormersdorfer Vereine eine wichtige soziale Funktion, und Veranstaltungen seien ein wichtiger Teil des dörflichen Zusammenlebens. Deshalb sollte die Verwaltung prüfen, welche Möglichkeiten der Realisierung einer Mehrzweckhalle in Wormersdorf bestünden.
Ermittelt werden sollte dabei, welche finanzielle Auswirkungen es gäbe bei einer Sanierung der Turnhalle mit Erweiterung zur Mehrzweckhalle oder alternativ bei einem Neubau einer Mehrzweckhalle. Auch sollte geprüft werden, ob der jetzige Standort überhaupt geeignet wäre, die Turnhalle räumlich so zu erweitern, dass sie dem Schul- und Vereinssport gerecht werde und gleichzeitig ein Veranstaltungsort sein könne. Nicht zuletzt wollte die FDP wissen, ob es für den Neubau einer Mehrzweckhalle geeignete Flächen in Wormersdorf gebe.
Der Platz sei durchaus schon vorhanden, erinnerte Ute Krupp (SPD) daran, dass es sogar schon einen gültigen Flächennutzungsplan für eine Mehrzweckhalle in Wormersdorf gebe. Sie wünschte sich jedoch zu allererst eine breite Diskussion im Dorf und unter den heimischen Vereinen, ob heutzutage überhaupt noch eine Mehrzweckhalle für Wormersdorf benötigt werde, und wie und in welchem Umfang diese von wem genutzt werden könne. Vor vielen Jahren habe man das schon einmal diskutiert und sei damals zu keinem eindeutigen Ergebnis gekommen, weshalb keine Mehrzweckhalle gebaut worden sei, obwohl bereits ein Grundstück gekauft und der Flächennutzungsplan erstellt worden war. Ähnlich sah es Markus Pütz (CDU), der den Antrag zwar begrüßte, den Zeitpunkt aber für verfrüht hielt und ebenfalls daran erinnerte, dass das Thema schon einmal im Sande verlaufen sei.
Merzbach könnte ein Fingerzeig für Wormersdorf sein
„Der Antrag ist zwar berechtigt, erfordert aber viel Arbeit und Zeit für die Umsetzung“, bemerkte Bürgermeister Ludger Banken (parteilos). Er riet dazu, zunächst die LGS mit dem Thema zu befassen und erst dann weiter in die Arbeit einzusteigen, wenn die Lenkungsgruppe eine Priorität hierfür sehe. Carolin Beckers (Grüne) erinnerte daran, dass die Stadtverwaltung ohnehin schon dabei sei, die Sanierung und Nutzungserweiterung der Turnhalle in Merzbach oder alternativ die Errichtung einer Mehrzweckhalle für die Höhenorte zu prüfen. Die Ergebnisse dort könnte ein Fingerzeig für die ähnliche Sachlage in Wormersdorf sein.
Der Erste Beigeordnete Dr. Raffael Knauber (CDU) ergänzte, man müsse sich ohnehin mittelfristig überlegen, was mit den betagten Turnhallen, die allesamt aus den sechziger oder Siebzigerjahre des vorigen Jahrhunderts stammten, geschehen solle: Ob deren Lebensalter erreicht sei, oder ob sich noch einmal eine Ertüchtigung lohne. Dies zu ermitteln sei eine der vordringlichen Aufgabe der LGS, die das Thema auf einstimmigen Wunsch des Stadtrates nun erst einmal mit gesamtstädtischer Blickrichtung vorbereiten soll.
JOST
