Politik | 18.09.2019

FDP: Waldschutz ist Klimaschutz - Vertragsnaturschutz weiterentwickeln

Zustand des Waldes ist besorgniserregend

Forstamtsleiter Winand Schmitz erläutert den Vertretern der FDP die schwierige Situation, in der sich der Wald zurzeit befindet. Foto: FDP Ahrweiler

Adenau. „Waldschutz ist Klimaschutz“, so das Fazit, das der FDP-Kreisvorsitzende Ulrich van Bebber nach einer umfangreichen Informationsveranstaltung mit dem Leiter des Forstamtes Adenau, Winand Schmitz, zog.

Initiiert hatte das Treffen Marco Weber, MdL, parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Landtagsfraktion in Mainz, gleichzeitig Vorsitzender des Umweltausschusses des Landtags. „Für uns als FDP ist der Zustand des Waldes ein wichtiges Thema,“ hatte van Bebber eingeleitet. Dies zeigte auch die Tatsache, dass viele Vertreter der FDP im Kreis mit dabei waren. So die Beigeordnete des Kreises Ahrweiler, Christina Steinhausen, die Vorsitzende der FDP in Adenau, Ulrike Nett mit Daniela Thiesen, die beide die FDP im Rat Adenau vertreten. Ebenso aus Altenahr Karl-Heinz Kreuzberg, Mitglied im Verbandsgemeinderat Altenahr, sowie Dirk Herminghaus, Vorsitzender der Verbandsgemeinderatsfraktion der FDP in Bad Breisig. Schließlich auch Stephan Kirchharz, der fachlich das Thema Forstwirtschaft im FDP-Kreisvorstand vertritt. Forstamtsleiter Winand Schmitz hatte nach kurzer Einführung Ortstermine vorbereitet, um sich vor Ort ein Bild vom Zustand des Waldes zu machen. Die Gruppe fuhr gemeinsam ins Kesselinger Tal. Vor allem sei das Forstamt damit beschäftigt, die Sturmschäden aus 2018 und 2019 zu beseitigen. Hinzugekommen sei die große Trockenheit, die die Bäume geschwächt habe und letztendlich die Basis für den Borkenkäferbefall geschaffen habe. Jetzt sei die große Herausforderung, diese abgestorbenen Bäume schnellstmöglich zu entfernen, damit der Borkenkäfer sich nicht weiter ausbreitet.

Schwierige Lage aufgrund Sturmschäden und Borkenkäfer

Zwischen 2018 und Juni dieses Jahres waren rund 5.750 Hektar Wald in Rheinland-Pfalz davon betroffen. Hinzu kommt, dass das Forstamt Adenau 41 Prozent Gemeindewald und 21 Prozent Staatswald betreut. Die restlichen 38 Prozent sind Privatwaldbesitzer, die vom Forstamt kostenlos beraten werden und es für eine Bewirtschaftung beauftragen können. Das heißt, selbst wenn das Forstamt Adenau das ganze Sturmholz und die vom Borkenkäfer befallenen Fichten aus Gemeinde- und Staatswald fällen und rechtzeitig aus dem Wald bringen könnte, müsste es noch von den Privatwaldbesitzern für seine Leistungen beauftragt werden. Dies sei aber letztlich auch eine Kostenfrage, die aufgrund der extrem gesunkenen Holzpreise für die Privatwaldbesitzer schwierig zu bewältigen sei.

Folge sei, dass die Bemühungen des Forstamtes, alle vom Borkenkäfer befallenen Bäume zu beseitigen, nur unzureichend seien, da sich die Borkenkäfer durch die Privatwälder weiterhin ungehindert verbreiten können.

Ein weiteres Problem hierbei ist auch die Wiederaufforstung. Sie ist notwendig, um den Wald zu erhalten. In Gebieten wie dem Kesselinger Tal zum Beispiel gibt es aber einen so hohen Wildbestand, dass die Pflanzen vor dem Verbiss durch Wildtiere geschützt und eingezäunt werden müssen. Die Situation hierbei ist besonders schwierig, da Jagdgenossenschaften ihre Pacht im Blick haben und einen entsprechend Wildbestand benötigen, das Forstamt aber Schwierigkeiten beim Aufforsten hat, wenn der Wildbestand zu hoch ist. „Wild und Wald gehören zusammen. Wir müssen einen Weg finden, dass wieder beides nebeneinander existiert“, so Winand Schmitz.

Marco Weber, MdL und Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt, Energie und Ernährung, wollte von Winand Schmitz wissen, welche Wünsche er im Sinne des Waldes äußern würde, wenn er diese Möglichkeit hätte. Eine Entlastung bei den Fixkosten pro Hektar würde den Kostendruck reduzieren. Zudem würde er eine Einflussnahme der Unteren Jagdbehörde auf die Abschussquoten begrüßen. Christina Steinhausen wollte wissen, wie die Forstämter in der jetzt schwierigen Lage entlastet werden könnten. Stephan Kirchharz plädierte dafür, auch im Kreis Ahrweiler das Konzept des „Vertragsnaturschutzes“ hierfür zu nutzen. Der Kreis könnte von Kleinstwaldbesitzern Wald pachten und entsprechend bewirtschaften. Diese Flächen könnten gleichzeitig auch in die Ökobilanz des Kreises einfließen. Eine Idee, die die FDP weiterverfolgen wird.

„Klimaschutz darf keine leere Worthülse sein, wir müssen dem Wort mit Taten und Maßnahmen Ausdruck verleihen. Das schulden wir uns und den kommenden Generationen“, so Marco Weber.

Pressemitteilung

FDP Kreisverband Ahrweiler

Forstamtsleiter Winand Schmitz erläutert den Vertretern der FDP die schwierige Situation, in der sich der Wald zurzeit befindet. Foto: FDP Ahrweiler

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