Stadtrat Remagen tagte
Zustimmung für neues Wohngebiet in Oedingen
Remagen/Rolandseck/Oedingen. Eine satte Mehrheit votierte in der jüngsten Stadtratssitzung unter dem Vorsitz von Bürgermeister Herbert Georgi für eine Änderung des Bebauungsplanes „Rheinufer Rolandseck“ im Zuge eines Vorhaben bezogenen Bebauungsplans und für die Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens in Oedingen. In Rolandseck sollen 78 Wohnungen entstehen und in Oedingen auf einer Fläche von 9.300 Quadratmetern ein neues Baugebiet mit 16 Baugrundstücken. In Rolandseck soll das bisherige Bürogebäude Bonner Straße 10 abgerissen und zusammen mit der südlich angrenzenden Freifläche einer Wohnbebauung zugeführt werden. Als verantwortlicher Projektentwickler stellte eine Gruppe um die VAP Vöhriger GmbH aus Bonn den Antrag an die Stadt zur Einleitung eines Bauleitplanverfahrens. Nach dem aktuellen Konzept sollen die fünf Wohngebäude in aufgeständerter Bauweise errichtet werden. Diese bieten auf vier beziehungsweise fünf Vollgeschossen zuzüglich jeweils einem Staffelgeschoss Platz für 78 Wohnungen. Die Wohnhäuser sollen gegenüber der südlich angrenzenden Werft mit einer gläsernen Schallschutzwand gegen den von der Werft ausgehenden Lärm geschützt werden. Der Ortsbeirat wie auch der Bau-, Verkehrs- und Umweltausschuss hatten im Vorfeld der Stadtratssitzung bereits ihre Zustimmung zur Einleitung des Verfahrens gegeben.
Bebauung im Überschwemmungsgebiet
Peter Wyborny lehnte diese Bebauung für die Wählergruppe ab, weil sie gegen bestehendes Recht, der Bebauung im Überschwemmungsgebiet, verstoße. Stadtplaner Peter Günther erläuterte, dass diese Bebauung nicht gegen bestehendes Recht verstoße, weil es sich hier um die Änderung bestehenden Rechtes handele, aber nicht um eine neue Bebauung. Hans Metternich hielt die Bauform an dieser Stelle für zu massiv.
Oberwinters Ortsvorsteher Norbert Matthias, CDU, betonte, dass die Baufläche nicht größer werde. Der Ortsbeirat habe einstimmig seine Zustimmung gegeben. Diese Bebauung sei ein deutlich besseres Objekt als das bestehende. Frank Bliss (Grüne) sah die Bebauung nicht kritisch. Man kriege nirgends so umweltpolitisch billigere Bebauung, so Bliss. Bürgermeister Herbert Georgi hob hervor, dass dies nach vielen Anträgen für dieses Gebiet, der erste Vorschlag sei, der im Bauausschuss eine Mehrheit gefunden habe. Bei zwei Nein-Stimmen und fünf Enthaltungen wurde der Bebauung mit breiter Mehrheit zugestimmt.
Vermengung wirtschaftlicher Interessen
Bei sechs Nein-Stimmen und einer Enthaltung stimmte der Rat der Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens in Oedingen mit breiter Mehrheit zu. Dort soll gegenüber dem Neubaugebiet Amselweg/Finkenweg ein neues Wohngebiet mit 16 Baugrundstücken auf 9.300 Quadratmetern entstehen. Die Eigentümer dieser Fläche erklärten sich bereit, neben den Kosten für die Durchführung des Bebauungsplanverfahrens auch die Kosten zur Erschließung des Gebietes zu tragen. Sowohl der Ortsbeirat als auch der Bauausschuss hatten das Projekt eingehend beraten und der Einleitung des Verfahrens zugestimmt. Aufgrund der hohen Umweltbelastung lehnte Frank Bliss dieses neue Baugebiet in Oedingen ab. Sein Fraktionskollege von den Grünen, Antonio Lopez, brachte bei seiner Ablehnung die demografische Entwicklung ins Spiel. Peter Wyborny begründete die Ablehnung für die Wählergruppe damit, dass es sich um die Vermengung wirtschaftlicher Interessen handele, weil es sich beim Eigentümer um einen leitenden Angestellten der Stadtverwaltung handele. Letztlich stimmte der Rat mit den Stimmen von SPD, CDU, FBL und FDP zu.
Oedingen: Im Bereich, links der Straße, gegenüber dem rechten Bereich Finkenweg soll das neue Baugebiet mit 16 Grundstücken entstehen.
Rolandseck: Laut Planungen soll das Haus Bonner Straße 10 abgerissen werden. Auf diesem Grundstück, bis hin zur Schiffswerft (re.) sollen vier bis fünf aufgeständerte Bauten mit 78 Wohnungen entstehen. Fotos: AB
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