Politik | 20.01.2020

Windpark Hartenfelser Kopf wird erweitert

Zwei zusätzliche Anlagen zugelassen

Über die Hälfte des regenerativ erzeugten Stroms im Westerwaldkreis stammt bereits heute aus Windkraft

Nach Errichtung der Anlagen kann der Windpark Hartenfelser Kopf den Energiebedarf von knapp 210.000 Menschen decken. Foto: Pressestelle der Kreisverwaltung

Herschbach. Der derzeit größte Windpark innerhalb des Westerwaldkreises, der Windpark Hartenfelser Kopf, kann um zwei weitere Windenergieanlagen erweitert werden. Damit kann der Anteil erneuerbarer Energien an der Energieerzeugung weiter erhöht werden.

Die ersten zwölf Windenergieanlagen wurden bereits im Jahr 2006 errichtet und in Betrieb genommen. Der damals aktuelle Anlagentyp Enercon E 70 E 4 hatte eine Gesamthöhe von 149 Metern und eine Nennleistung von zwei Megawatt. Im Lauf der Zeit kamen weitere Windenergieanlagen hinzu. So hat beispielsweise auch der Westerwälder Anlagenhersteller Schütz aus Selters bis dato dort insgesamt acht seiner Anlagen errichtet. Der Park besteht aktuell aus insgesamt 26 Windenergieanlagen. Jetzt sollen im Bereich der Gemarkung Herschbach zwei weitere moderne und entsprechend leistungsstarke Anlagen des Typs Enercon E 138 hinzukommen. Die Gesamthöhe liegt inzwischen bei rund 230 Metern und die Nennleistung bei 3,5 bzw. 4,2 Megawatt.

Hinweise auf Schwarzstorch haben sich nicht bestätigt

Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens wurde eine vollständige Umweltverträglichkeitsprüfung und damit auch eine Öffentlichkeitsbeteiligung durchgeführt. Hierdurch wurden Fragestellungen, insbesondere aus dem Bereich Natur- und Artenschutz, aufgeworfen. So gab es Hinweise auf einen Schwarzstorchhorst in der Nähe der Anlagenstandorte, die sich aber im Verlauf der sich hieraus notwendigerweise ergebenden Ermittlungen zur Sachverhaltsaufklärung nicht bestätigen ließen. „Gerade aus dem Bereich Natur- und Artenschutz hat sich deshalb ein erheblicher Aufklärungsbedarf ergeben, was das Verfahren besonders langwierig und schwierig gemacht hat“, so die Erste Kreisbeigeordnete Gabriele Wieland.

Nach Errichtung der Anlagen wird der Park insgesamt eine Nennleistung von 70,8 Megawatt aufweisen. Im gesamten Kreisgebiet ist dann Windenergie mit insgesamt knapp 150 Megawatt Nennleistung installiert. Im Jahr 2016 hat sich eine durchschnittliche Produktivität von rund 1,4 Millionen Kilowattstunden Strom pro installiertem Megawatt Nennleistung ergeben. Legt man als durchschnittlichen Jahresbedarf rund 1.000 Kilowattstunden Strom pro Person zugrunde, wäre damit der Bedarf von knapp 210.000 Menschen abgedeckt, die Einwohnerzahl des Kreises liegt aktuell bei rund 203.000.

Energiewende ist ohne Windenergie nicht möglich

Die Nutzung der Windenergie ist allerdings nicht unumstritten. So würden beispielsweise das Landschaftsbild gestört und wildlebende Tiere gefährdet. Und tatsächlich ist es auch im Jahr 2015 zu einem Schlagopfer des Rotmilans im Windpark gekommen. Andererseits darf die Bedeutung der Windenergie für die regenerative Stromerzeugung darüber nicht aus dem Blick geraten. So lässt sich beispielsweise schon dem 7. Umweltbericht des Westerwaldkreises entnehmen, dass der Anteil des regenerativ erzeugten Stroms im Kreisgebiet bereits 2015 gut 43 Prozent des Gesamtstromverbrauchs abgedeckt hat und davon knapp über 50 Prozent allein aus der Windenergie stammen. In ganz Deutschland sieht es nicht anders aus. So beträgt laut Fraunhofer ISE 01/2019 der Anteil der erneuerbaren Energien an der Gesamtstromproduktion im Jahr 2018 deutschlandweit 40,2 Prozent, davon stammen wiederum 20,2 Prozent aus der Windenergie. „Im Ergebnis führt somit nichts an der Erkenntnis vorbei, dass die von vielen für richtig und notwendig gehaltene Energiewende ohne Windenergie nicht zu haben ist. Ziel muss ein sorgsamer Ausbau an ausgewählten Standpunkten sein“ so Wieland, in deren Dezernat auch die Verantwortung für die Themen Umwelt- und Naturschutz liegt.

Pressemitteilung der

Kreisverwaltung Westerwald

Nach Errichtung der Anlagen kann der Windpark Hartenfelser Kopf den Energiebedarf von knapp 210.000 Menschen decken. Foto: Pressestelle der Kreisverwaltung

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