Politik | 19.02.2016

Sonderabfuhr für Weihnachtsbäume beendet

Zweite Nutzung als Energieträger

Kreis Neuwied. Vom 7. Januar bis 2. Februar fand die alljährliche Sonderabfuhr der Weihnachtsbäume statt. Wenn die Bäume abgeschmückt auf der Straße liegen, haben sie zwar als Schmuckstück im heimischen Wohnzimmer ausgedient. „Doch damit ist ihre Mission noch nicht erfüllt. Die Bäume stehen jetzt am Start, um ein weiteres Mal genutzt zu werden“, erklärt der Erste Kreisbeigeordnete Achim Hallerbach die Dienstleistung als öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger im Landkreis. Damit startet auch für das beauftragte Abfuhrunternehmen eine logistische Herausforderung, die nur unter Einsatz aller verfügbaren Fahrzeuge bewältigt werden kann.

Was einst die das Wohnzimmer zierte, mit frischem Tannenduft, Lichterketten, Kugelschmuck und Lametta die Familie erfreute, hat wenige Wochen später allenfalls noch einen Wert als zukünftiger Kompost oder Energie. „Die Herausforderung bei den vielen Tannenbäumen ist, dass sie ein geringes Gewicht haben, dafür aber ein großes Volumen haben,“ erklärt Hallerbach. Ein wesentlicher Aufwand ist das Einsammeln und damit die gesamte Logistikkette. Die Pressen der Sammelfahrzeuge drücken die störrischen Nadelbäume allenfalls zusammen, und kommen später als Ziehharmonika und zerknautscht aus dem Fahrzeug wieder heraus.

Rund 60 Mal steuern die Sammelfahrzeuge der Firma SITA die Abfallentsorgungsanlage in Linkenbach mit ihrer nadelnden Fracht an, bis die ausgedienten Weihnachtsbäume im Landkreis eingesammelt sind. Dabei kommen ca. 140 Tonnen an Nadelgehölzen zusammen.

„In der Abfallentsorgungsanlage werden die eingehenden Mengen verwogen und zur weiteren Verwertung zunächst in Großcontainer umgeladen. Per LKW geht es dann zum Biomasseheizkraftwerk Flohr in Neuwied“, erklärt der Abfallwirtschaftsdezernent Achim Hallerbach die weitere Verwertungskette. Im Biomasseheizkraftwerk werden die Bäume zusammen mit anderem Holz, Baum- und Strauchschnitt zur Energiegewinnung genutzt. Zur Vorbereitung durchlaufen die Hölzer zunächst eine Shredderstation und werden anschließend in einem Spänebunker zwischen gelagert. Vom Spänebunker aus wird das Material per Radlader dem Biomassekessel zugeführt. Die im Biomassekessel stattfindende Verbrennung geht mit einer sogenannten thermischen Verwertung einher. Hierbei wird mit Hilfe der Verbrennungswärme nutzbarer Prozessdampf erzeugt. Achim Hallerbach: „Der Prozessdampf wird zum Stahlwerk Rasselstein geliefert bzw. einer Turbine zugeführt, verstromt und ins öffentliche Stromnetz eingespeist. So erfüllen die Weihnachtsbäume alle Jahre wieder einen zweiten Zweck als Energielieferanten.“

Pressemitteilung

Kreisverwaltung Neuwied

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