Remagen feiert "Gala-Nacht der Stars"
22 Weltstars in rund drei Stunden
Remagen. Bereits mehrfach gastierten die Musiker von Rainbow-Shows unter der Leitung von Heinz-Peter Wölke mit ihren Musical-Programmen in der Weihnachtszeit in Remagen. Diesmal gab es kein Musical sondern die "Gala-Nacht der Stars". Auf den Einladungsplakaten gab es dann auch bereits einen Hinweis auf Tina Turner oder Elvis Presley und das führte dann zu rund 330 zahlenden Besuchern, was sowohl die Musiker wie auch Verkehrsamtschef Martin Tillmann erfreute. Um es an dieser Stelle vorweg zu nehmen, auch die Zuschauer fühlten sich prächtig unterhalten und zum Schluss gab es lang anhaltenden, stehenden Applaus, was für die Qualität des Programms sprechen mag.
Unerfüllte Liebe
Am Anfang ging es jedoch sehr vertraut los, denn es folgten die üblichen Hinweise, dass man bitte sein Handy ausmachen sollte. Dann kam James Bond auf die Bühne, doch 007 hatte diesmal die Lizenz noch klingelnde Handys "töten" zu dürfen, freilich kam es dazu glücklicherweise nicht. Dafür entspannen sich im gesamten Programm immer wieder Dialoge mit Moneypenny und das ewige Thema der unerfüllten Liebe zu dem Geheimagenten.
Zarah Leanders Stimme...
Musikalisch ging das Programm dann mit Maria Jane Hyde alias Liza Minelli los, welche direkt auf den Broadway entführte und mit „New York, New York“ zeigte, das dieses Lied eben nicht nur zu Sinatra gehört. Dean Martin begrüßte dann im gut sitzenden Anzug die Gäste und erzählte mit dem Glas in der Hand, das mit Apfelsaft gefüllt war, von der Schönheit des Rheines und vor allem von den Köstlichkeiten des Rheinweines. Christina Fry verwandelte sich anschließend in Zarah Leander und musste sicherlich nicht nur aus Liebe weinen, sondern wusste, dass auch einmal ein Wunder geschehen muss. Nun ist die sehr spezielle Stimme von Zarah Leander so prägnant, dass es immer ein Wagnis ist, diese Lieder zu interpretieren, dies sollte Christina Fry aber hervorragend gelingen und der Dank des Publikums war ihr gewiss.
Ein Hauch von "nichts"
Roimata Templeton war sogar aus Neuseeland angereist, um das Publikum als Cher zu begeistern, da fiel nicht nur die Stimme auf sondern auch das sehr an Cher angelegte Outfit. Mit einem Hauch von "nichts" bekleidet, dafür aber mit einer mehr als opulenten Kopfbedeckung, mit zahlreichen Federn und einem Mantel der vieles erkennen ließ, hauchte sie „Do you believe…“ Doch die neuseeländische Künstlerin hatte dann auch noch einen Auftritt von Nana Mouskouri, der jedoch sehr ambivalent wahrgenommen wurde, so sehr die einen davon begeistert waren, so war er manch anderem doch zu sehr klamaukhaft. In einem Blumenkleid sang die griechische Künstlerin „Guten Morgen Sonnenschein“ und textete wild drauf los über Metaxa und griechischen Wein oder was einem sonst so gerade zu Griechenland einfällt.
Anruf von Dieter Bohlen
Stevie Wonder durfte bei dem Programm ebenso wenig fehlen wie die Blues Brothers, bevor es mit ABBA nach Waterloo ging. „Thank you for the Music“ ging es dann auch Schlag auf Schlag weiter, denn dann hatte Marc Poland aus den USA seinen großen Auftritt als Falco. In einem Outfit, was sowohl dem Original-Künstler zur Ehre gereicht hätte wie wohl auch dem besungenen Amadeus, war das Publikum geradezu begeistert. Und immer wieder dazwischen James Bond und Moneypenny. Großer Lacher dann, als Miss Moneypenny einen Anruf von Dieter Bohlen aus Mallorca erhielt, der sie für ihre Körperbräunung lobte, die der eines Wiesenhof-Brutzlers gleiche. Anschließend ging es für Marc Polak weiter in die 80er Jahre. Als Markus war der Tankwart sein bester Freund, denn er wollte "Spaß" und als "Major Tom" ging es in die unendlichen Weiten des Weltraumes. Auch als Elvis Presley konnte der Amerikaner überzeugen und ging dann durch das gesamte Publikum, bis in die hintersten Reihe.
Größen aus der Showwelt
Von den Philippinen kam Patrick Granado und dieser überzeugte als Michael Jackson das Publikum und entführte noch mal in die Zeit dessen großer Hits. Freilich waren noch zahlreiche weitere Größen aus der Showwelt auf die Bühne gekommen, aber alle wurden überaus treffend in ihrer jeweiligen Zeit dargestellt und es mag auch der Reiz dieses Abends gewesen sein, dass man sich gerne an die jeweiligen Künstler erinnerte und dabei auch sicherlich die eine oder andere persönliche Erinnerung beim Besucher aufgekommen sein mag. Und im Gegensatz zu manchen zweit- oder drittklassigen Coverbands stimmte hier nicht nur der Gesang, sondern auch das Outfit. Die Jungs an der Technik hatten den Sound in der Rheinhalle ebenfalls gut im Griff. Und während man bei den meisten Musicals ja die Musiker nur im Orchestergraben sieht, waren diese hier unter der Leitung von Heinz-Peter Wölke auf der Bühne zu sehen.
Frenetisch gefeiert
Wobei vor allem Schlagzeuger Richy Denis hervorgehoben werden muss, der ein fast zehnminütiges Solo spielte und hierfür vom Publikum frenetisch gefeiert wurde. Freilich, den roten Faden suchte man ein wenig vergeblich, aber das war auch so gewollt, denn man wollte das ganze auch etwas leichter rüberbringen. Das ist jedenfalls sehr gut gelungen, denn nach dem Konzert hörte man nur Lobesstimmen aus dem Publikum und eine ältere Dame aus England stürmte auf Verkehrsamtsleiter Martin Tillmann zu und bedankte sich für dieses tolle Erlebnis. Sie hätte auch die anderen Programme in Remagen gesehen, aber dies wäre das schönste gewesen. STF
Unter der Leitung von Heinz-Peter Wölke gab es eine Show der Spitzenklasse zu sehen.
