Konzert in der Remagener „Kulturwerkstatt“
„Alter Hut“ gehört nicht zum alten Eisen
Der dienstälteste Remagener Gastronom Holger Drosdatis feierte 30. Jubiläum mit vielen Musikerfreunden
Remagen. „Da sitzen die, die immer schon da saßen, und das immer“, so das Markenzeichen vom „Alten Hut“ an der Remagener Bachstraße. In-Kneipe, Studenten-Treff, Musikladen - zahlreiche Attribute verdient sich das Stammlokal der „Szene“. Die beste Musik läuft im „Alten Hut“, das ist ein Markenzeichen.
Was Wunder: Der dienstälteste Gastronom der Remagener Altstadt, Holger Drosdatis, ist von Haus aus Drummer. Musik ist seine Leidenschaft. Der 65-jährige gelernte Bauzeichner gönnt sich alle zehn Jahre eine Jubiläumsfeier. Das 20-Jährige fand im „Rheinklängeheim“ statt, jetzt zog es die Musikszene in die „Kulturwerkstatt“. Und alle, die bereits beim 20-Jährigen begeistert zu den Klängen der „Stringbeats“ abrockten, wippten jetzt wieder mit, zu den Melodien der Hollies und der Beatles. Nur die Formation der Band hat sich verändert. Die „Stringbeats“, die erste Band, in der Holger im Hintergrund die Drums schlug vor 30 Jahren, sind älter geworden. Mike Becher jazzte damals schon auf der Harp, Andreas Hauffe als Gitarrist stieß erst jetzt zur Truppe. Michael Funk als Keyboarder ist und war in der regionalen Szene eine Größe, und Hubertus Schumacher hat später den „Salon Hammer“ mit aufgebaut - die Band mit Frontman Tom Schladt, nicht den gleichnamigen Kripper Friseursalon. Die Klänge der Bands in der vollbesetzten „Kulturwerkstatt“ waren unverkennbar. Ralf Alex mit den Polka-Poyz rockte die Bühne. Schließlich sind die „Polka-Poyz“ mit Martin und Archie sozusagen im Hut groß geworden. Erinnerungen an die Zeiten im Sinziger „Barbarossas“ machten die Runde. Dort hatte sich die „Holger-Band“ gegründet. „Bridgebrothers“ nannten sich die Remagener. Mike Funk war bereits am Keyboard der „Musicman“, Hubertus spielte Gitarre, Archie Bass, Horst Kessel schlug die Percussions und Holger natürlich die Drums. Nur einmal wollten sie eigentlich aufgetreten, doch es wurde der Beginn einer wunderbaren Musikerfreundschaft, die 20 Jahre halten sollte.
Sie spielten in Andernach bei „Musik und Kunst“, im Sinziger Brauhaus und auf dem Remagener Marktplatz, doch besonders in Erinnerung bleibt Holger der „Megaabend“ in der Rheinhalle. Ein Konzert mit zahlreichen Freunden, auch die „Bluesbenders“ mit Mike Becher und Norfried Baum waren bereits dabei. Solch ein Konzert „in klein“ begeisterte auch die Gäste beim 30-Jährigen, bei dem auch die „Coverstreets“ aufspielten. Gitarrist und „Medizinmann“ Thomas Hocke-Falcke ist in Remagen auch kein Unbekannter, doch eher kennt man ihn mit Tupfer als mit Gitarre und „It’s all over now, Baby Blue“. Es sollte ein musikalischer Dank von Holger an seine Gäste und seine Crew sein, doch es wurde ein Dankeschön an den „Nestor der Remagener Gastronomie“. Aus „We are the Champions“ wurde „Wir gehen zum Holger“, Ralf Alex hatte sich etwas einfallen lassen, und alle Gäste fielen ein. Holger wird nun auch das Spiel Schalke gegen Leverkusen live miterleben können und versprach im Gegenzug, weiter Live-Musik im „Alten Hut“ zu präsentieren. Denn Abende mit Spitzenmusikern wie Terry Sylvester von den Hollies oder dem Gitarristen der Dubliners, die schon einmal vorbeischauen, sorgen für musikalische Einmaligkeiten in der Musikszene. Da fehlten dem immer bescheiden und hilfsbereit auftretenden Holger doch fast die Worte des Dankes, doch für seine Gäste war eine solch monumentale „Musiksause“ Dank genug.
