Eifelverein Remagen:
Auf goldenem Teppich zum Glühwein
Remagen. Traditionell wird am 1. Advent in der St. Florianshütte in Rech Glühwein bester Qualität ausgeschenkt. Alljährlich erwandert sich der Eifelverein Remagen diesen Genuss auf einer 22 km langen Strecke, ausgehend von Heimersheim. Aber so anstrengend, wie es vielleicht klingt, ist diese Wanderung gar nicht. Der abwechslungsreiche Weg steigt nur zu Beginn allmählich bergan, der Rest verläuft dann fast eben über die Höhen bis zum Abstieg nach Rech, mal durch Nadel-, mal durch Laubwald. Zurzeit richtig auffallend sind dazwischen einige Lärchenbestände. Die Lärche war 2012 Baum des Jahres. Sie ist der einzige Laub abwerfende Nadelbaum bei uns und kann über 800 Jahre alt werden. Da sie andere Bäume überragt, erkennt man jetzt die golden leuchtenden Baumkronen schon von Weitem in den bewaldeten Höhenzügen der Eifel. Wo die Nadeln schon abgeworfen sind, bilden sie auf den Wegen einen weichen, angenehm zu begehenden goldenen Teppich. Aber es gab leider auch unangenehme Wegabschnitte. Durch Monstermaschinen der Forstbewirtschaftung werden immer mehr Wanderwege zu Schlamm zermahlen, so, als sei ein Bergepanzer der Bundeswehr dahergekommen. Vor Ramersbach wartete ein lebendiges Naturschauspiel auf die Wandergruppe. Aus irgendeinem Grund haben sich dort auf ausgedehnten Wiesenflächen Feldmäuse unglaublich vermehrt, die einzelnen Mauselöcher liegen nur etwa 20 cm auseinander, verbunden durch ein wirres Geflecht unzählbarer Mäusestraßen. Für Greifvögel müsste das ein Paradies sein. Es zeigte sich aber kein einziger. Wahrscheinlich saßen die völlig übersättigt in ihren Horsten. Ein Witzbold hat in Ramersbach in Richtung dieser Wiesen ein neues Straßenschild angebracht: „Mäusebau-Weg“. Die Florianshütte in Rech wurde gerade noch rechtzeitig erreicht. An Glühwein war kein Mangel, aber Erbsensuppe gab es schon lange nicht mehr und auch der Senf war alle, nur ein paar allerletzte Bratwürste warteten auf die Wanderer aus Remagen. Doch in Rech ließ es sich auch anderenorts einkehren, und einige nutzten anschließend die Gunst der Stunde zum Besuch des Adventskonzertes in der Recher Luzia-Kirche.
