Versteigerung im Kunsthaus Rheinlicht
Benefiz-Auktion auf der Rheinhöhe
45 Kunstwerke zugunsten der Taifun-Opfer auf den Philippinen
Remagen. Damit hatte Angelika Ehrhardt-Marschall vom Kunsthaus Rheinlicht nicht gerechnet. Nachdem sie am 14. November über soziale Netzwerke spontan zu einer Hilfsaktion für die Opfer des Taifuns Haiyan auf den Philippinen aufgerufen hatte, noch ohne Plan, wie diese aussehen könnte, verständigten sich die Künstlerinnen und Künstler darauf, eine Benefiz-Auktion auszurichten.
Dazu stellte Ehrhardt-Marschall, selbst Malerin, ihre Galerie- und Veranstaltungsräume auf der Rheinhöhe zur Verfügung, die bald Ziel einer Welle der Hilfsbereitschaft werden sollte. Innerhalb weniger Tage entwickelte sich ein deutschlandweites Hilfsprojekt. Rund 50 Künstler und Musiker folgten während der knappen Zeitspanne von drei Wochen dem Aufruf, reichten ihre Werke zur Versteigerung ein oder erklärten sich bereit, die Auktion durch honorarfreie Auftritte zu begleiten. Parallel dazu wurde vom Projektteam, zu dem neben der Kunsthaus-Inhaberin auch Beatrice Fermor, ehrenamtliche Pastorin, Künstler Bernard Bieling, Fotograf Dietmar Müller, Versandtunternehmer Detlef Küchler und Janelyn Animo zählten, die Werbetrommel gerührt.
„Es ist eine Herzensgeschichte, die von spontaner Hilfsbereitschaft und der Kommunikationsstärke und Wirkkraft sozialer Netzwerke im Internet erzählt“, erläuterte Fermor den Auktionsgästen. Der „Synergieeffekt kreativer Kräfte“ habe die Veranstaltung möglich gemacht.
Janelyn Animo, gebürtige Filipina, die achtjährig nach Deutschland kam und heute als freie Grafikerin in Remagen-Kripp lebt, stellte das Musikprogramm zusammen, das die Kölner Chansonière Klara stimmstark bereicherte. Animo selbst sang „Halleluja“ und den Song „You‘ve Got a Friend“ (Du hast einen Freund), welcher der Auktion den Namen gab. Ihre aus Utrecht (Niederlande) angereiste Schwester Analyn charakterisierte die Landsleute auf den Philippinen trotz steter Armut und Verzweiflung als freundlich, „denn sie haben ihre Familien und Freunde“. Aber der stärkste Taifun, der je auf Land und auch drei mit Analyn befreundete Familien traf, übersteige die Kräfte der Bevölkerung. Jahre werde der Wiederaufbau in Anspruch nehmen, doch Hilfe komme von vielen Seiten. „Ihre Unterstützung wird etwas bewirken“, sprach sie auf der Rheinhöhe berührenden Dank aus.
Während wechselnde Fotos die Not leidenden Menschen inmitten verheerender Zerstörung an die Wand projizierten, eröffnete Ehrhard-Marschall die Auktion. Allerdings blieb der erhoffte Ansturm auf die Bilder aus. Mangels Bieterzulauf entwickelte sich die Versteigerung schleppend, obgleich mit Stücken von Nikita Knikta, Ali Zülfikar, Stefan Noss und Barbara Rapp auch Künstler von internationaler Ausstrahlung vertreten waren.
Zum Bedauern der Veranstalter lagen zugleich die Gebote deutlich niedriger als erwartet. So ging die Darstellung eines in Blau und Türkis getauchten Duo-Kopfes von Mensch und Vogel des russischen Malers Nikita Knikta für schlappe 130 Euro weg. Rapps Figurendarstellung erzielte gerade einmal zehn Euro mehr. Mit Kleingeld, 90 Euro insgesamt, wurden Gerlinde Fertigs zwei Formate „Menschen auf der Flucht“ ausgelöst. Für weniger kam ein „Paket“ von drei Tierbildern unter den Hammer.
„Ich möchte bitten, dass ihr nicht kniestig seid“, brachte Künstler Himi Koray aus Köln vor, der seine Arbeit „Camouflage“ leicht ungehalten selbst vorstellte. Trotz verständlichem Unmut, dass die meisten Werke weit unter Wert ihren Besitzer wechselten, traf der Tadel die Falschen. Generöse Bieter waren schlichtweg nicht erschienen, wohl aber jene Künstler, die ihren Spendenbeitrag in Form von Bildern ohnehin bereits geleistet hatten. Ihnen rechnete es das Organisationsteam hoch an, dass sie nun zusätzlich die Werke von Kollegen erwarben. Dazu zählte auch Klaus Damm aus Unkel, der seine Video-Arbeit präsente.
Da die Anbieter in ihren Bemühungen nicht nachließen, waren nach vier Stunden dennoch 45 von 55 Bildern verkauft, sodass 2600 Euro für die mitveranstaltende „Welthungerhilfe“ in der Kasse klingelten, nicht eingerechnet die Spenden in den Sammeldosen. Zuletzt stimmten alle Anwesenden zusammen mit Janelyn Animo „You’ve Got a Friend“ an, dabei begleitet von Josef Marschall (Keyboard) und Arman Moizisch (Gitarre). Der Gesang bestärkte sie in dem Gefühl, dass es richtig war, gemeinsam etwas gegen das erdrückende Leid auf den Philippinen zu tun, statt nur darüber zu sprechen. Alle Beteiligten haben ein Zeichen der Solidarität gesetzt. Wenn sie sich auch einen größeren Erlös versprochen haben, so ist doch etwas erreicht worden und die persönliche Last, ohnmächtiger Zeuge des Schrecklichen in der Welt zu sein, ist ein klein wenig leichter geworden.
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