Jugendliche und Eltern aus Remagen informieren sich über die Freiwilligenorganisation
Besuch beim Technischen Hilfswerk
Remagen/Sinzig. Über 83.000 freiwillige Helfer in Deutschland, davon rund 15.000 Kinder und Jugendliche. Im Ernstfall sei es ein Großbrand, vom Sturm umgerissene Bäume auf der Fahrbahn, Überschwemmung an Rhein oder Elbe, ein Lkw-Anhänger, der nach einem Unfall am Geländer der Ahrtalbrücke baumelt oder sogar ein Erdbeben in der Türkei oder der Tzunami in Südostasien - die Helfer des Technischen Hilfswerks sind oft dabei, um Feuerwehr und Polizei zu unterstützen. Natürlich rücken vor allem die Profis aus, die eine intensive Ausbildung an der Motorsäge, am Pontonboot oder bei der Bergung von Verletzten bekommen haben. Aber schon Kinder ab 10 Jahren sind mit dabei, wenn es um das Erlernen von Rettungstechniken geht und die Umsetzung kleiner, für sie allerdings gefahrenloser Hilfeleistungen wie zuletzt am Bodendorfer Schwanenteich. Hier wurde von der Kindergruppe des THW mit Hilfe von Hochleistungspumpen aus dem Ententeich altes Wasser abgepumpt und Neues eingefüllt.
Eine Gruppe Remagener Kinder, Jugendlicher und auch einige Eltern hatte eine Übung des Jugend-THW hautnah miterleben können. Die Veranstaltung, die im Rahmen des Lokalen Aktionsplan Remagen um die Organisatoren Frank Bliss und Münteha Bulut organisiert wurde, setzt die Begegnungsreihe von Kindern und Jugendlichen mit Rotem Kreuz und freiwilliger Feuerwehr fort. Vor allem auch Interessenten mit Migrationshintergrund sollten dabei Einrichtungen kennenlernen, die sich ehrenamtlich im Interesse der Allgemeinheit engagieren, um später vielleicht selbst mitzumachen. Gezeigt wurde bei der Übung die Bergung eines Verletzten (in Vertretung als Holzpuppe), der unter einem tonnenschweren Stahlkasten eingeklemmt war. Geübt gingen die Jugendlichen vor, zuerst die Absicherung der Unfallstelle, dann die sorgfältige Vorbereitung des Geräts. Erst danach wurde mit einem Paar aufblasbarer Hebekissen und Pressluft unter Druck von 15 Bar scheinbar mühelos der Stahlkasten angehoben und der Verletzte geborgen, während andere Jugendliche schon ein Tragbahre und Verbandsmaterial vorbereitet hatten.
Im Gespräch mit dem THW Jugendleiter erfuhren die Remagener dann mehr über die Jugendarbeit des Sinziger THW. Während die Erwachsenen beim THW z.B. einen Lkw-Führerschein machen können oder einen Kettensägeschein, lernen die Kinder vor allem den sicheren Umgang mit Werkzeug und erhalten wie in der Übung vorgeführt erste Fachkenntnisse bei der Rettung von Menschen aus Gefahrensituationen. Aber nur rund ein Drittel der Jugendarbeit besteht aus Lernen und Übungen. Hinzu kommen eine Menge an Wettbewerben in Rheinland-Pfalz und auf Bundesebene, aber auch Spiel und Unterhaltung. Zeltlager gehören ebenso dazu wie Ausflüge. Die Gäste, unter ihnen auch der Hodscha der Remagener DITIB-Moschee, konnten aus erster Hand von Gastgeber Frank Schulze, der auch Bundessprecher des THW in Deutschland ist, zudem einiges über die Auslandsarbeit des THW erfahren. Alleine die Sinziger waren im Irak und in Indonesien mit dabei und eine enge Partnerschaft verbindet die Ortsgruppe auch mit Tunesien, wo seit Jahren der Aufbau einer Partnerorganisation unterstützt wird.
Die Zuschauer sahen eine extra vorgeführte Übung des THW, um einen genauen Einblick in die Arbeit des THWs zu erlangen.Fotos: Privat
