Allgemeine Berichte | 28.03.2013

Podiumsdiskussion mit Vertretern der Remagener Sportvereine

Der Sport fördert die Integration

Trotz positiver Bilanz werden mehr ehrenamtliches Engagement und bessere Finanzausstattung gewünscht

Günter Chatenay, Florian Gottschalk, Moderator Werner Unkelbach, Wolfgang Middecke und Otto von Lom diskutierten auf Einladung der Kolpingsfamilie über die Integration von Migranten.AB

Remagen. Die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund in den großen Remagener Sportvereinen war Thema einer Podiumsdiskussion, zu der die Kolpingsfamilie Remagen innerhalb des Lokalen Aktionsplans Remagen vier große Sportvereine eingeladen hatte. Der Postsportverein (PSV) Remagen, der SV Remagen, der TV Remagen und der TuS Oberwinter waren stellvertretend für die Sportvereine in Remagen auf dem Podium vertreten. Moderiert wurde die Veranstaltung von Kolpingvertreter Werner Unkelbach.

Erstaunliches wusste dabei Otto von Lom, Chef des TV Remagen zu berichten. Der älteste Sport treibende Verein im Kreis Ahrweiler - gegründet 1877 - hat bei 725 Mitgliedern einen Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund von rund 27 Prozent. Dies liegt deutlich über dem statistischen Durchschnitt. Der entsprechende Anteil in der Remagener Bevölkerung liegt bei rund 18 Prozent. Seit 1960, aber vor allem seit 1989 mit dem Programm „Sport für Aussiedler“ widmet sich der Verein der Integration.

Günter Chatenay, erster Vorsitzender des PSV Remagen, der mit 1290 Mitgliedern größter Sportverein in Remagen ist und 46 Trainer und Übungsleiter im Einsatz hat, konnte ebenfalls auf eine erfolgreiche Integrationsarbeit verweisen. Vor allem die Ferienfreizeiten und die Begegnungsfeste seit 1990, die sich an Aussiedler richteten, brachten dem Verein zahlreiche Auszeichnungen ein.

In den beiden großen Spartensportvereinen der Stadt Remagen läuft das Zusammenspiel zwischen deutschen und Mitgliedern mit Migrationshintergrund reibungslos. Dies gilt auch für die großen Fußballvereine der Stadt. Beim SV Remagen, vertreten durch den 2. Vorsitzenden Florian Gottschalk, und beim TuS Oberwinter, vertreten durch Geschäftsführer Wolfgang Middecke, ist der Anteil von Mitgliedern mit Migrationshintergrund traditionell groß. „Viele Mannschaften könnten zum Beispiel ohne den Nachwuchs türkischer Abstammung gar nicht antreten“, so Gottschalk. Middecke verwies darauf, dass der TuS Oberwinter als klassischer „Multikultiverein“ gelte. In Oberwinter wohnten Vertreter von Botschaften zahlreicher Länder.

Die beiden Vertreter des Fußballsports stellten klar, dass es auf dem Platz wesentlich emotionsgeladener zuginge als etwa bei Aerobic. Beide Vereine erläuterten, dass es bei Festen und Feierlichkeiten bei Speisen und Getränken ein breites Angebot auch für muslimische Mitglieder gebe.

Schwierig ist es für alle Vereine, Menschen mit Migrationshintergrund für das Ehrenamt oder die Tätigkeit als Trainer und Übungsleiter zu finden. Obwohl dies in Einzelfällen immer wieder gelingt.

„Es braucht noch mehr Ehrenamt und noch mehr Geld“, war man sich auf dem Podium einig. Die Fördermöglichkeiten durch den Landesportbund und die Sportjugend erklärte Milan Kocian, der Landeskoordinator „Integration durch Sport“, der bei der Veranstaltung vorbeigeschaut hatte und seine Unterstützung anbot.

Inhaltlich lief im Pfarrzentrum in der Kirchstraße eine hochinteressante Veranstaltung ab. Ein Manko: Trotz breit gestreuter Einladungen hielt sich das Interesse in Grenzen. Nur knapp 20 Zuhörer hatten sich eingefunden.

Günter Chatenay, Florian Gottschalk, Moderator Werner Unkelbach, Wolfgang Middecke und Otto von Lom diskutierten auf Einladung der Kolpingsfamilie über die Integration von Migranten.Foto: AB

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • MädchenMom: Aus pädagogischer, gesellschaftlicher und gleichstellungsbezogener Perspektive halte ich eine geschlechtsbezogene Ausgrenzung in der Kinder- und Jugendarbeit für problematisch. In einer modernen Gesellschaft,...
  • Sabine Pietsch : Es war ein wunderschönes Tag mit vielen Besuchern, die dem mittelmäßigen Wetter getrotzt haben. Ein ganz großer Dank an die Organisatoren. Es war alles perfekt durchdacht.
  • Volker Otto: Sehr schöner, blendend organisierter dorftrödel, der alles geboten hat, was man sich von so einer Veranstaltung erwarten kann. Vielfältiges Angebot, gute Verpflegung und (ganz wichtig) die Möglichkeit, menschlichen Bedürfnissen nachzugehen.
Regionales aus Ihrem Hofladen
Gesundheitsmagazin Kreis AW
Gesundheitsmagazin im Kreis Ahrweiler
Gesundheitsmagazin im Kreis Ahrweiler
Gesundheitsmagazin
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Sachbearbeiter/in (w/m/d)
Empfohlene Artikel
Leicht verständlich vermittelten David Schnöger und Ralph Seeger online die teilweise schwierigen Inhalte.
32

Bad Neuenahr-Ahrweiler. „Wie kann ich Vorsorge für den Fall treffen, wenn ich meine Angelegenheiten selbst nicht mehr regeln kann?“ Eine wichtige Frage, denn es geht um die rechtliche Vertretung in allen Bereichen, z.B. bei medizinischen Eingriffen, finanziellen und behördlichen Angelegenheiten. Online konnten die 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer Ende April den Ausführungen von Rechtsanwalt David Schnöger und Dipl.

Weiterlesen

39

Kreis Ahrweiler. Schwerstkranken Menschen bis zuletzt ein selbstbestimmtes und würdiges Leben zu ermöglichen, ist das Ziel unserer Hospizarbeit. Wir sind eine Bürgerbewegung und unsere Angebote sind unabhängig von Religion, Weltanschauung oder sozialem Status.

Weiterlesen

Weitere Artikel
A61: Gefahr durch Gegenstände auf der Fahrbahn
96

+++ Aktuelle Verkehrsinfo +++

A61: Gefahr durch Gegenstände auf der Fahrbahn

Plaidt/Kruft. Auf der A61 in Fahrtrichtung Mönchengladbach befinden sich Gegenstände auf der Fahrbahn. Die Gefahrenstelle befindet sich zwischen der Anschlussstelle Plaidt und der Anschlussstelle Kruft. Dies meldet der ADAC. BA

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: pixabay.com
65

Polizisten bei Rettung einer anderen Hausbewohnerin verletzt

24.05.: Wohnhausbrand in Bad Ems: Leiche eines Bewohners bei Löscharbeiten gefunden

Bad Ems. Nach der Meldung eines Wohnhausbrandes in der Nacht von Samstag auf Sonntag gegen 2 Uhr in Bad Ems, Gräveheid, konnte der Brand durch die ersteintreffenden Einsatzkräfte bestätigt werden. Im Rahmen der Erstmaßnahmen konnte eine verletzte Bewohnerin durch Polizeikräfte aus dem Gebäude gerettet werden. Hierbei zogen sich zwei Polizeibeamte Verletzungen zu, welche im Krankenhaus behandelt werden mussten.

Weiterlesen

Dauerauftrag
Imageanzeige
Dauerauftrag 2026
Gesundheitsmagazin
Gesundheitsmagazin
Gesundheitsmagazin im Kreis Ahrweiler
Gesundheitsmagazin im Kreis Ahrweiler
Kirmes in Weißenthurm
Fahrer für Schülerverkehr
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0313#
Kirmes in Weißenthurm - KW21
Betreuungskraft
Hafenkonzert Brohl
Imageanzeige
Stellenanzeige - diverse Stellen
Landespfleger/in (w/m/d)