Ausverkauftes Haus in der „Kulturwerkstatt“ Remagen
Die Polka-PoyZ und die „Blasenden Tiere“ begeisterten
Die ganz andere Weihnachtsgeschichte im eigenen Wohnzimmer
Remagen. Wenn die Veranstaltung einer Musikgruppe nur durch Mundpropaganda bereits ausverkauft ist, spricht das eine deutliche Sprache. Bei den Polka-PoyZ um Frisör Ralf Alex ist das so. Und ihrem Motto machte die Remagener Band wieder alle Ehre: „Bevor Sie beim Hören das Polka-Fieber packt, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker.“
Dieser Berufsgruppen bedurfte es zum Glück in der „Kulturwerkstatt“ nicht, als der Vorhang aufging und sich die von „Snoopy“ gefertigte Bühnendekoration als „Wohnzimmer mit Weihnachtsdekoration“ herausstellte - aus den 50er-Jahren. Was Wunder, war die „Fortsetzung der Weihnachtsgeschichte“ doch auf ein für jedermann nachvollziehbares Ereignis reduziert worden: Dialoge im Familienkreis, die sich um den Weihnachtsbaum und die Geschenke drehten. Das kannte jeder, nur die Musik dazu nicht - oder doch, denn Ralf Alex hatte nach bekanntem und beliebtem Muster bekannte Lieder mit beliebten Textfolgen unterlegt. Da ging erneut die Post ab: „Polka-PoyZ goes Christmas“ im eigenen Wohnzimmer. Gewaltig falsch fing alles wieder an, so ein Weihnachtsstück auf der Mundharmonika, wie es Klein-Hänschen auch zuhause versucht oder vorbringen muss. Alles nur Klamotte, nach den ersten Weihnachtstönen aus der Musikschule für die Kleinen, das gefiel dem Publikum. Natürlich auch Ralf Alex mit Zöpfen als blondes Engelchen oder Martin Beck mit Kittelschürze. Dazu wurde mit „Stille Nacht, heilige Nacht“ abgerockt. Das Publikum war aus dem Häuschen. Und immer wieder die besten Sprüche aus der Familienidylle im Dialog mit Archie Grams - die begeisterte Zuschauerschar erlebte eine Steigerung der Geschichte „Polka-PoyZ goes Christmas“. Auch mit den „Blasenden Tieren“, der erweiterten Bläsergruppe um Andreas Wetzlar, Wolfgang Schäfer und Andreas Stiehm, die akustisch wie optisch ein herrliches Bild abgaben. Aber nicht nur Weihnachtliches kam zu Gehör. Bei „Tage wie dieser“ konnte jeder mitsingen, bei „Rainbow“ gingen die Herzen auf. Das Publikum, das schier aus dem „Knusperhäuschen“ war, durfte immer wieder mitsingen und dann kamen sie auch durch, die so beliebten Polka-Rhythmen. Da arbeitet Dirk Meyer an den Drums, dass das Publikum nicht anders konnte, als die Arme fliegen zu lassen, da gab Winfried Schult am Keyboard alles, und Gitarrist Volker Sonnenberg fügte sich auch fantastisch in die Band ein.
Ein Ende finden, das ist bei einer solch ausgelassenen Stimmung für die Künstler besonders schwer. Zum Glück haben die Musiker ein riesiges Repertoire aus alten Tagen zur Verfügung, aber irgendwann ist eben nun einmal Schluss. Das bedauerte zwar das Publikum, doch kann es sich ja bereits auf nächstes Jahr freuen, wenn es heißt: „Polka-PoyZ goes Christmas.“
Zum Toben brachten die Polka-PoyZ das Publikum in der Remagener „Kulturwerkstatt“ mit ihrem „Weihnachts-Special“. Foto: AB
