Kath. Kirchengemeinde St. Peter und Paul
„Die Sonne von Malon“
Kommunionkinder feierten ihren ersten Weggottesdienst
Remagen. Stockdunkle Kirche, schweigende Kinder und die Sonne von Malon - so begann der erste Weggottesdienst der neuen Kommunionkinder von Kripp und Remagen.
In der eindrucksvollen fiktiven Geschichte über das in fast völliger Dunkelheit lebende Volk der Malonen ging es um die Sehnsucht der Menschen nach Sonne, die seit Urzeiten ein Symbol für göttliche Kraft ist. Die hohen Berge ließen keinen Sonnenstrahl in das kleine Land und jeder Bewohner versuchte, mit einem Windlicht etwas Helligkeit in seine nächste Umgebung zu bringen. Sie waren Einzelgänger und scheuten jeglichen Kontakt. Als ein Wanderer beginnt, Geschichten von der Sonne zu erzählen, sind die Malonen so fasziniert, dass sie ein Gemeinschaftshaus bauen und fortan darin wohnten. Sie teilten die Mahlzeiten miteinander und ihre mitgebrachten Windlichter erhellten das Haus fast wie Sonnenstrahlen. Sie fanden die Gemeinschaft wunderbar und begannen, Lieder für die Sonne zu singen, die eines Tages tatsächlich über die hohen Berge hinweg Malon mit ihren Strahlen erhellte.
Gemeindereferentin Anita Schneider forderte Kinder und Eltern auf, die Geschichte mithilfe der kleinen, in Marmeladengläsern gesicherten Kerzen nachzuspielen. Während zunächst einzelne Flammen in der dusteren Kirche umherirrten, vereinten sie sich bald zu einem Lichtkreis, der die Kirche hell machte. Es war fast so wie in Malon, als die Kinder spürten, wie sehr Licht und Sonne Lebensquellen für die Menschen sind. In den weiteren Texten der Liturgie ging es um die zentrale Lichtgestalt des Lebens: Jesus, das Licht der Welt. In diesem Gottesdienst gab es keine vorformulierten Fürbitten. Stattdessen sprachen Kinder, die das Bedürfnis hatten, Bitten an Gott aus. Die Kinder schütteten Gott ihr Herz aus und sagten, was sie bewegte - das reichte von der Genesung für die erkrankte Oma bis zum Weltfrieden. Als Dechant Dr. Meyer das Evangelium, also die frohe Botschaft, vorgelesen hatte und die erste Kerze am Adventskranz entzündet war, spürten die Teilnehmer ein großes Gemeinschaftsgefühl - beinahe wie im Gemeinschaftshaus von Malon und einige ahnten zu Recht, dass der einsame Wanderer nur Jesus gewesen sein kann.
Weggottesdienste werden für und mit den Kommunionkindern gestaltet und gefeiert. Auf dem Weg zur Erstkommunion bekommen die Kinder nach und nach einen Zugang zur Feier der Eucharistie. Sie lernen die Bedeutung der Gesten, Texte und Lieder der Liturgie kennen. Ein großes Kompliment geht an die neuen Kommunionkinder. Sie haben sich auf das Neue eingelassen und den kleinen Gottesdienst lebendig mitgefeiert.
