Eifelverein Remagen unterwegs
Drachenfels spurlos verschwunden
Remagen. Eudenbach liegt gleich hinter dem Siebengebirge und ist für Wanderungen durch weitgehend ebene, schöne Landschaft ideal geeignet. Der Blick von dort auf das dann im Westen liegende Siebengebirge verblüfft zunächst jeden, dem diese Berge aus dem Remagener Blickwinkel vertraut sind. Denn dort dominiert plötzlich der Ölberg ganz rechts die sieben Berge, links lässt sich die Löwenburg ausmachen, dazwischen, ja, das muss dann wohl der ausgedehnte Lohrberg sein. Aber wo sind denn plötzlich Petersberg und Drachenfels geblieben, die sonst das ganze Bild des kleinen Gebirges prägen? Spurlos verschwunden! Sie sind zu niedrig, von dort kann man sie hinter dem Ölberg nicht sehen.
Die Wanderung des Eifelvereins sollte zur Baumblüte in den vielen Obstwiesen stattfinden. Aber in diesem Jahr war die Baumblüte längst vorbei. Dafür blühte es auf den Wiesen umso mehr. Der Weg schlängelte sich ein gutes Stück durch das Quirrenbachtal und führte durch herrliche Wälder in ihrem frischen Grün. Vorbei ging es an einem Segelfluggelände, wo Start und Landung und das fast lautlose Gleiten der Flugzeuge in der Luft aus nächster Nähe wahrgenommen werden konnten. Schade nur, dass einige Stellen der lauschigen Wanderwege im Wald durch überdimensionierte Forstmaschinen fast unpassierbar zermatscht worden sind. Aber dieses Problem stellt sich auch andernorts leider zunehmend. Was nützt die Sperrung der Wege für alle Kraftfahrzeuge und Reiter, wenn die Forstwirtschaft selber die Wege zerstört?
Als das Knurren der Mägen unüberhörbar geworden war, bot sich wie gerufen eine bildhübsche Schutzhütte mit reichlich Sitzbänken unter schattigen Bäumen zur Rast an. Eine gute Wanderstunde später kam wieder der markante Kirchturm von Eudenbach in Sicht.
Er lässt auf eine uralte, romanische Dorfkirche schließen, wurde aber erst 1912 erbaut, wobei man sich in Eudenbach bewusst romanischer Stilelemente bediente. Eine Einkehr auf der sonnigen Terrasse der örtlichen Gastwirtschaft beschloss die Wanderung und als die Sonne es gar zu gut meinte bot dort sogar ein riesiger Sonnenschirm angenehmen Schatten.
