EIfeverein Remagen auf Wanderschaft
Eifelverein Remagen bei den „feindlichen Brüdern“.
Remagen. Auf die Frage, wie die beiden dicht benachbarten Burgen hoch über dem Rhein bei Kamp-Bornhofen heißen, kommt beinahe immer die Antwort, das seien die feindlichen Brüder. Schaurige Sagen von Mord und Bruderzwist ranken sich um ihre wehrhaften Mauern. Burg Sterrenberg und Burg Liebenstein ist ihr eigentlicher Name, den die wenigsten kennen. Zur Ehrenrettung aller ihrer Besitzer in vielen Jahrhunderten sei festgehalten, dass es in Wirklichkeit nie eine feindliche Auseinandersetzung zwischen beiden Burgen gegeben hat.
Für die Wanderer des Eifelvereins Remagen galt es zunächst, ab Filsen in praller Sonne auf steilem Pfad über 200 Meter Höhe zu gewinnen. Für die Anstrengung wird der Wanderer sofort belohnt mit herrlichen Ausblicken auf das Weltkulturerbe des Rheintales und durch eine prächtige Vielfalt blühender Wiesenblumen zu beiden Seiten des Weges im manchmal fast schulterhohen Gras. Von den seltenen Schmetterlingen, die es dort geben soll, ließen sich allerdings nur wenige blicken. Vielleicht war es zu schwül. Unten im Tal bot der Rhein ein ungewohntes Schauspiel. 38 große Schiffe lagen dicht gedrängt im Strom und rührten sich nicht von der Stelle, denn wegen Hochwassers stand die Ampel an der Loreley auf Rot.
Plötzlich drohten laute Donnerschläge das Nahen eines Gewitters an, eine schwarze Wolkenwand kam näher und näher. Zum Glück für die Remagener zog die Wolke in anderer Richtung davon, die Wandergruppe traf kein einziger Tropfen. Der Blick auf die feindlichen Brüder kommt auf dem Weiterweg unerwartet, denn kaum jemand rechnet damit, dass sie viel tiefer liegen als der Rheinsteig, die Wandergruppe schaute also von oben auf sie hinunter. Ein Besuch beider Burgen ist auf dieser Etappe ein absolutes muss und angesichts des einladenden, schattigen Gartens von Burg Sterrenberg, scheinbar fast senkrecht über dem Rhein, schmolzen alle Vorsätze dahin, erst am Schluss der Wanderung einzukehren.
Wenige Kilometer später erinnert ein altes Steinkreuz am Weg daran, dass dort 1754 der Landarbeiter Bartolomäus Sauerborn erschlagen und beraubt worden ist. Mehr als einige wenige Silberlinge wird der Ermordete kaum bei sich gehabt haben. Über Lykershausen führt der Rheinsteig dann hinunter nach Kestert. Auch hier gab es nochmals fantastische Panoramablicke, während sich unten im Rhein der Schiffstau langsam auflöste. Das Hochwasser war genügend zurückgegangen.
