Veranstaltungsreihe „musik & talk“ in Remagen
Ein hartes Geschäft hinter den Kulissen
Kenny Heydecke stand Rede und Antwort zum Geschäft des Sitzungspräsidenten und zu seinem Rückzug
Remagen. Dass Kenny Heydecke, Sitzungspräsident der KG Narrenzunft und „Vereinsmensch pur“, das karnevalistische Handtuch wirft, ist seit der Jahresversammlung der „Narrenzünftler“ bekannt. Nachfolger wird Heydeckes bisheriger Vize Guido Selbach. „Hinter den Kulissen ist das Geschäft des Sitzungspräsidenten manchmal ganz schön aufreibend“, äußerte der stadtbekannte Remagener gegenüber Moderator Rolf Plewa bei „musik & talk“ in der „Kulturwerkstatt“. Und 25 Jahre KG, 25 Jahre Organisation und Diskussionen, sowie elf Jahre Sitzungspräsident - einmal müsse es genug sein, sagte der ehemalige Karnevalsprinz, Bauer im Dreigestirn und Säckelmeister der laufenden Session. Dass Karneval ein hartes Geschäft sei, bei dem es auch einmal im Vorstand kracht, daraus machte Heydecke kein Hehl. „Vereinsarbeit ist nun mal ein hartes Brot“, wusste auch Fördervereinsvorsitzender Plewa. In „seiner“ Prinzengarde will Heydecke weiter aktiv bleiben, „ansonsten ziehe ich mich in die zweite Reihe zurück.“
Dass es im Karnevalsgeschäft Reibungsverluste gibt, verschwieg der Stammtischbruder der „elf jecken Tön“ ebenfalls nicht. Die Sitzungen müssen zwei Jahre im Voraus belegt werden, da müssen Verträge geschlossen werden. „Die Verantwortung für das ganze Drum und Dran hat letztlich der Sitzungspräsident“, so Heydecke. Und da könnte man schon ab und zu mehr Unterstützung erfahren, aber so sei das eben im Vereinsleben. Dennoch sieht auch Heydecke in der Prunksitzung einen wichtigen Bestandteil des Remagener Gesellschaftslebens, für die aktiven Karnevalisten und für die Bürger. „Da muss ein Zusammenhalt her, wir müssen sehen, dass die Sitzung noch besser besucht wird,“ schaute der Ex-Präsident durchaus in die Zukunft. Allerdings kritisiert er den Veranstaltungstag. „Samstags bekommst du nicht die Stars aus Köln,“ da seien die ausgebucht. Die Oberwinterer KG hätte es mit ihrem Umschalten auf Sonntag vorgemacht. „Da kommen die Größen, auch für kleines Geld“, weiß der langjährige Organisator. Allerdings müsse auch die Mischung stimmen, die Mischung zwischen einheimischen und bekannten Kräften. So könne erreicht werden, dass die Prunksitzung wieder ihren Namen verdiene.
Auch den Zusammenhalt zwischen den karnevalstreibenden Vereinen sprach Heydecke an. „Der funktioniert nicht so, wie es zu einem erfolgreichen Karneval dazugehört“, verwies er auf nach seiner Meinung organisatorische Fehler zwischen KG, Stadtsoldaten und „Panikern“. Dem Festkomitee möchte er einen wesentlich stärkeren Mitgestaltungsrahmen eingeräumt wissen. „Damit wären alle Vereine eingebunden und somit eine wesentlich stärkere Präsenz im Karneval gegeben“, verwies er auf Beispiele aus Kripp und Oberwinter. In der Vergangenheit hätten auch da statt Lust und Freude häufig Eifersüchteleien und Streitigkeiten die Oberhand gehabt. Doch seitdem man sich zusammengesetzt habe und gemeinsam feiere, sei auch in den Ortsteilen das Karnevalsleben wieder erblüht. „Da können wir was lernen“, äußerte sich Heydecke hoffnungsvoll zu den Begriffen Gemeinsamkeit im Verein und Zusammenhalt. „Wir haben tolle Vereine in Remagen, tolle Tanzgruppen, gute Redner, aktive Helfer und ein karnevalsfreudiges Publikum, von daher ist es mir um den Remagener Karneval nicht bang“, freut sich der Ex-Präsident schon auf die nächste Session. Von Ex-Prinzessin Gaby Kossin erhielt Kenny Heydecke für sein Engagement im Karneval einen Strauß Rosen. Aufmerksam verfolgt hatte die Worte über kölsche Tön auch ein kölsches Urgestein: Der Kabarettist Moses W. hatte sein Programm „Best of Er - Sie - Es“ zum Besten gegeben. Mann und Frau standen dabei im Mittelpunkt. Das preisgekrönte Nachwuchstalent verstand es dabei vortrefflich, dieses schon häufig ins Bewusstsein gerufene Thema mit einzelnen Facetten neu zu beleben: Ob Katzenstreu, da billiger, eine Alternative zu Markenwindeln ist, darüber ist nachzudenken.
Nicht nachzudenken brauchten die Besucher darüber, dass die Hausband mit Kiki Schumacher (Saxofon) und Tochter Linda (Gesang), Doc Fred (Hammondorgel) und Martin Wischermann (Drums) allein schon einen Besuch bei „musik & talk“ in der „Kulturwerkstatt“ wert ist. Die nächste Auflage gibt es am Sonntag, 4. August, ab 19 Uhr, mit dem Stargitarristen Gregor Hilden auf der Freilichtbühne.
