Remagener gedenken ihrer ehemaligen jüdischen Mitbürger
Eine ganz besondere Mahnwache
Remagen. Sie hatte einen besonderen Charakter, die Mahnwache am Abend des 10. November. „Seit nahezu 30 Jahren gedenken wir hier unserer ehemaligen Mitbürger und beten dafür, dass sie nie vergessen werden“, formulierte eine Teilnehmerin am Mahnmal mit dem Davidstern am Römerplatz. Die Jusos des Kreises Ahrweilers hatten einst auf den Tag hinweisen wollen, an dem auch in Remagen die jüdische Synagoge in Brand aufging und der Anfang vom Ende des jüdischen Lebens in der Römerstadt eingeläutet wurde. Ein Häufchen Menschen hat in der Vergangenheit am Tag der Pogrome am Mahnmal der schrecklichen Ereignisse gedacht. Seit ein paar Jahren engagiert sich eine breite Bürgerschaft gegen Rechts und für Demokratie in Remagen.
Am vergangenen Samstag kam die Ausstellungseröffnung von Rudolf Menacher mit dem Titel „Mitbürger unter Vorbehalt, Remagener Juden zwischen Anerkennung und Vernichtung“ in der Villa Heros hinzu. So konnte Beate Reich, Staatssekretärin im Landesjustizministerium und Mitbegründerin der „Mahnwache“ eine sehr große Schar engagierter Bürger zur Gedenkstunde begrüßen. Schwer anzukämpfen gegen Wind und Wetter hatten die Teilnehmer, als ein wahres Herbstgewitter auf sie niederprasselte. Doch die Bürger aus Friedensgruppierungen, unterschiedlichsten Konfessionen und Politikrichtungen harrten aus. Sie hörten die mahnenden Worte von Reich, die noch einmal auf die schrecklichen Taten des Naziregimes verwiesen, und die jüdischen Lieder von Mezzosopranistin Agnes Erkens, die fast dem Sturm zum Opfer fielen. Die besondere Beachtung der Gedenkenden fand abermals das Großgemälde von Gregor Bendel, das angestrahlt an dem Platz der ehemaligen Synagoge einen eigenen Erinnerungswert ausstrahlte.
