Remagen stand im Zeichen von Woodstock
Eine musikalische Zeitreise
Maggie Mackenthun überzeugte in der „Kulturwerkstatt“ als Janis Joplin
Remagen. Janis Joplin hat immer noch Fans, die sie als Ikone verehren. Die „Woodstock-Legende“, die in keine Schublade passte, ist auch 42 Jahre nach ihrem Tod bei vielen unvergessen. Sie verkörperte in gewisser Weise die Hippiebewegung und den Kampf gegen Autoritäten und Gewalt.
Diese Zeit ließ die Band „Kozmic Blue“ per Leinwand und Musik Revue passieren. Dazwischen Maggie Mackenthun, die mit dunkelroter Samtjacke, schlabbernden Hosen und rosaroter Federboa im Haar behauptete: „I’m Janis Joplin.“ Und das kam glaubwürdig herüber. Das kurze Leben der Janis Joplin beschrieb das Lied „A journey throught the past with Janis“.
Doch Mackenthun röhrte nicht einfach nur, die Suche nach der wahren Liebe mit „Sex, Drugs and Rock´n Roll“ offenbarte unglaubliche musikalische Überzeugungskraft, auch war die Tiefe zu spüren, mit der sich die Künstlerin sich in ihre Kunstfigur hineinversetzt hat. Nicht umsonst hat die deutsch-schottische Sängerin ihr Programm mit namhaften Künstlern wie Wolfgang Niedecken und Gerd Köster zusammengestellt und aufgeführt. Die Band mit Schlagzeuger Gerhard Sagemüller blieb fast stets im Hintergrund, interpretierte und stützte Maggie Mackenthun, die den Zuhörern in der „Kulturwerkstatt“ stehende Ovationen entlockte.
Eine immense Bereicherung für den nachdenklichen Teil war mit der „Harp“ Eric Zeiler. Da kam der „Weiße Blues“ der Janis Joplin so richtig zum Ausdruck. Fast zärtlich hingegen „Amazing Grace“, Mackenthun griff die Stimmung auf, sang Gospels, ein Feld, das die „Queen des Bluesrock“ beherrschte.
Dazwischen immer wieder die historischen Dokumentationen, die Sagemüller nahezu emotionslos verkündete, bevor er wieder zur Gitarre griff. An der Bar bei einem „Southern Comfort“ plauderte Maggie als „Weiße Schwarze“ von ihrem Leben, der Drogensucht und den zahlreichen Männergeschichten. Doch sie erzählte auch von Bessie Smith, der schwarzen Jazzsängerin, der sie unermüdlich nachgeeifert habe. 2. August 1970: Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen der Polizei stand Joplin im Harvard Stadion in Cambridge, Massachusetts, noch einmal auf der Bühne. Sie ahnte nicht, dass es ihr letzter Live-Auftritt war. Im Oktober starb sie im Alter von 27 Jahren, vermutlich an einer Überdosis Heroin.
„Meine Asche wurde ins Meer gestreut“, erläuterte die Künstlerin Maggie Mackenthun, die wie keine andere Janis Joplin verkörpern kann.
