Remagener Stadtrat im Arp Museum Rolandseck
Erlebnisreise ins „Lichtgestöber“
Museumsdirektor Oliver Kornhoff gab Einblicke in die „Kunstsammlung Rau“
Remagen. Es war eine Premiere, nicht nur in Sachen Politik, auch in Sachen Kunst. Heiße Diskussionen hatte es einst im Remagener Stadtrat gegeben, als es um die Ansiedlung des Arp Museums über dem Künstlerbahnhof Rolandseck ging. Der Richard-Meier-Bau, der sich zum kulturellen Leuchtturm der Region entwickelt hat, feierte nun sein Fünfjähriges, und der Remagener Stadtrat tagte zum ersten Mal in den Mauern, die zwischenzeitlich eine Ausstrahlung in die ganze Welt hinaus haben.
Zum Abschluss der kleinen Feierlichkeiten hatte Bürgermeister Herbert Georgi den Chef des Museums, Dr. Oliver Kornhoff, gewinnen können, den Räten in der „Kunstkammer Rau“ eine exclusive Führung zu geben. Es sollte eine Erlebnisreise durch das „Lichtgestöber“ werden, die den Wert des weißen Ausstellungsmonuments am Rhein vortrefflich zur Geltung brachte. Georgi räumte als erstes mit dem Gerücht auf, Kornhoff würde das Arp Museum verlassen. „Das Gegenteil ist der Fall,“ so der Bürgermeister. „Kornhoff bleibt,“ sei aber zu einer weiteren Aufgabe berufen worden. Der Kunstprofessor übernimmt zusätzlich die Aufgabe des künstlerischen Leiters von Schloss Balmoral. Er wird damit zuständig für die Betreuung der Stipendiaten der Ausbildungsstätte in Bad Ems.
Tief ins Werk der Impressionisten des 19. Jahrhunderts ließ Kornhoff dann bei der anschließenden Führung durch das winterliche „Lichtgestöber“ blicken. Aufgeräumt wird in der „Kunstkammer Rau“ mit dem Vorurteil, dass Weiß keine Farbe sei. Welche Farbexplosionen die berühmtesten Maler ihrer Zeit auf die Leinwand brachten, wurde für die Stadtverordneten zum Erlebnis. Eingebettet sind die Werke von Monet, Caillebotte, Sisley, Courbet, Pissaro, Liebermann, Slevogt bis hin zum Expressionisten August Macke in den Kontext „Ende der kleinen Eiszeit“.
Das Institut für Klimaforschung und der Deutsche Wetterdienst konnten vom Museum gewonnen werden, Zusammenhänge aufzuzeigen zwischen den bitterkalten Wintern von 1870 bis 1890, der in Europa Brücken zum Einsturz brachte, und der weltweiten Klimaentwicklung. Kornhoff gelang es vortrefflich, die Betrachtungs- und Arbeitsweise des Impressionismus den Stadträten von heute vor Augen zu führen. Denn auch das Leben und Wirken der Menschen in einer bitterkalten von Armut geprägten Zeit kam dabei zum Ausdruck.
Die „Kunstkammer Rau“ werde Remagen, ebenso wie er selbst, und dem Museum erhalten bleiben, versprach Kornhoff.
Die Ausstellung „Lichtgestöber“ ist noch bis April in Rolandseck zu besichtigen. Dann wandern die einzigartigen Werke wieder zurück ins Pariser Museé d`Orsay oder die Sammlung Thyssen in Madrid.
