Remagener KG „Narrenzunft“
Garde steht „wie ein Mann“
Remagen. „Auswärtsspiele“ sind nicht immer erfreulich, das mussten schon zahlreiche Fußballfans erfahren. Doch auch auf Karnevalisten kann diese alte Kickerweisheit zutreffen. So war die Remagener KG Narrenzunft mit “alle Mann“ sowie Kind und Kegel nach Kripp gereist, um sich mit den neuen Orden der Session zu schmücken.
Vorsitzender Martin Dinkelbach hatte allerdings mit seinem Vorstand vorher noch zur „außerordentlichen Mitgliederversammlung“ geladen.
Wichtigster Tagesordnungspunkt: „Antrag des Vorstandes auf die Einleitung eines Mitgliederausschlussverfahrens“. Kein Geheimnis in der alten Römerstadt ist es seit Monaten, dass es sich dabei um Kenny Heydecke handelt, den Ex-Sitzungspräsidenten, der elf Jahre lang das Zepter bei der großen Prunksitzung in der Rheinhalle schwang. „Ein Ausschlussverfahren ist ein absolutes Novum“, hieße es dann auch aus der Versammlung, an der zahlreiche auf ihren Auftritt wartende Kinder teilnehmen mussten. Es sollte nicht einfach werden. „Eine Transparenz für die Mitglieder ist nicht gegeben, das muss sich der Vorstand schon gefallen lassen,“ kam der Vorwurf aus den Reihen des Elferrates.
Der konterte: „Das Verfahren, um das es sich dreht, füllt mittlerweile 69 DIN A4-Seiten, die liegen zur Einsicht bereit, die konnten wir aber nicht verschicken,“ so Martin Dinkelbach, der auch auf den Beschluss der letzten Versammlung verwies. Folgerichtig lagen dem Vorstand dann zwei Anträge vor, die eine Absetzung des Tagesordnungspunktes wegen mangelnder Informationen forderten. Nahezu einmütig stellte sich die Prinzengarde mit ihrer breiten Abordnung hinter diese Anträge und somit hinter ihren später zum „Feldadjutanten“ beförderten Gardisten-Kameraden Kenny Heydecke. Der Punkt wurde von der Tagesordnung genommen.
Wer nun aber meinte, jetzt sei es gut mit den vereinsinternen Querelen um Kassengeschäfte und Regularien, nun wird das Ordensfest gefeiert, sah sich getäuscht.
Unter Punkt Verschiedenes heischten die Senatoren um Aufklärung nach. Das löste eine breite Diskussion aus, zu der sich Heydecke nur bedingt äußern konnte, „da es sich ein laufendes Verfahren handelt“. Hoffnung auf eine Verständigung in der vereinsinternen Narrenzunft-Diskussion darf aber dennoch aufkommen: Kenny Heydecke wurde anschließend vom Vorstand mit der Urkunde für 25-jährige Treue in der Karnevalsgesellschaft ausgezeichnet.
Ausgezeichnet wurden auch Elferräte und Prinzengardisten mit dem neuen Orden und die Kleinsten der KG erhielten ihren eigenen Button.
Eine großzügige Unterstützung spendeten die Senatoren und die „Sonnenkinder“ der Magics erfreute die Narrenschar mit ihrer Tanzdarbietung.
Klar, dass noch einmal auf die Proklamationssitzung hingewiesen wurde, die ist am Samstag, 16. November, ab 19.11 Uhr, im Foyer der Rheinhalle.
