Vollbesetztes Foyer in der Rheinhalle
Geschichten aus dem Leben sorgten für viele Lacher
Ensemble „Medden us dem Levve“ begeisterte mit neuem Programm
Remagen. Kölsche Mundart mit viel Humor, Situationskomik verpackt mit toller Livemusik, Sketche, bei denen sich das Publikum bog vor Lachen, das kennzeichnete den Auftritt des Ensembles „Medden us dem Levve - Kölsches Kabarett“ im vollbesetzten Foyer der Rheinhalle.
Mit ihrem neuen Programm „Mer kochen all nor met Wasser“ eröffnete das Ensemble Wolfgang Nagel, Jörg Weber, Mariam Weber, Dirk Schnelle und Horst Weber einen für das Publikum mehr als köstlichen Abend. Witzige Sprüche und auch manchmal ganz schön deftige Einlagen, besonders beim bekannten mittlerweile kultigen und zänkischen Ehepaar „Anton und Gertrud Kolvenbach“, sowie musikalische Beiträge zu Themen wie „Der letzte Wagen ess immer ne Kombi“, „Du kriss ding Bier wenn de draan biss“ oder auch der Alptraum aus der Tanzschule „Tritt mir bloß net up de Föös“ rissen das Publikum einfach mit. Nicht nur die Musik, sondern gerade die Texte, in die sich die Fans so richtig hinein versetzen konnten, begeisterten einfach. Ein absolut gesunder Abend, wenn denn „Lachen gesund sein soll“. Und gelacht wurde alle paar Minuten heftigst. So zwischendrin dann die Bemerkung, wie viel Realkomik beispielsweise an den Kassen von Einkaufsmärkten zu erleben sei. Ein Beispiel eines aufgeschnappten Zwiegesprächs lautete: „Was wird eigentlich dein Sohn, wenn er fertig studiert hat?“ Die Antwort: „48“. Absolut köstlich auch die ständig wechselnden Lieder zum immer gleichen Akkord. Wirklich einsteigen konnte das Publikum ebenso beim Lied vom „Driss-Daach“, „warum bloß immer ich, den Aasch von nebenan hätt et noch nie erwisch“.
Ehepaar Kolvenbach dann mit der Senioren-Bravo, der Apotheken-Umschau, beim Arzt. Die Fans quietschten vor Vergnügen, als sie meinte: „Ich möösch och no mal jet Licht und Wärme spüren“ und er antwortete „dann roof doch beim RWE an“.
Elfi Steickmann eroberte die Bühne
Elfi Steickmann eroberte nach den ersten musikalischen Darbietungen die Bühne in Schwarz und Gold gehüllt, denn „das soll von der Mitte ablenken, und die reicht bei mir vom obersten Halswirbel bis zur Wade“. Köstlich ihre Beiträge über die neuen Bodyformer, die letztlich zu einem immer führen: zu Atemnot. Auch das Geburtstagsständchen „Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an“ fand sie eigentlich weniger prickelnd. „Da muss ich mich doch einfach fragen, wat hann ich denn bis dohin jemaach?“ Liebevoll nahm Steickmann das Alter auf die Schippe, denn sie sei nicht „im Herbst des Lebens, sondern im Frühling des Alters“. Und überhaupt gebe auch das Thema „Schwiegermütter“ so einiges her. Für die gebe es nur drei Wörter, an die sie sich zu halten hätten: „Schenken, Schlucken und Schweigen“. Schenken, Schlucken und Schweigen musste das Publikum aber nun wirklich nicht, es lachte und amüsierte sich prächtig, denn das Ensemble und Elfi Steickmann präsentierten einfach Kölsche Lebensart mit viel Satire und Komik.
Elfi Steickmann hatte immer wieder witzige Sprüche parat.
