Hass im Netz stoppen
Informationsveranstaltung gegen Hass und Falschnachrichten im Internet in Remagen
aus Remagen
Remagen. „Am Ende ist sogar die Demokratie in Gefahr“. Spannende Informationsveranstaltung gegen Hass im Netz im Remagener Jugendbahnhof
Personen in sozialen Netzwerken und im Internet generell zu beleidigen, zu erniedrigen und sogar zu bedrohen ist inzwischen zum Alltag geworden. Die Folgen für die Betroffenen können schwerwiegend sein bis hin zu psychischen Schäden. Sogar von Selbstmordfällen wird immer wieder in der Presse berichtet. Hinzu kommt, dass das Internet zunehmend zur Verbreitung von Falschnachrichten, „fake news“, genutzt wird. Beides, Hasskommentare und völlig aus der Luft gegriffene „Informationen“ im Internet sind auch in und über Remagen verbreitet.
Um über die Realitäten zu Hass und Unwahrheit im Internet zu informieren, hatte der Jugendbahnhof Remagen in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis für entwicklungspolitische Bildung (AeB e.V.) am Mittwoch zu einem Vortrag eingeladen. Annette Lehmann und Joschka Mertmann vom Team des Jugendbahnhofs hatten dafür eine Präsentation vorbereitet, die auch einige Ausschnitte aus im Internet gezeigten Filmen und Kommentarseiten beinhaltete. Einige unter anderem frauenverachtende Kommentare demonstrierten zum Entsetzen des Publikums, dass es auch aufgrund der Anonymität der Absender offenkundig heute keine Grenzen des guten Geschmacks mehr zu geben scheint und in vielen Fällen sogar die Grenzen des Strafrechts überschritten werden.
Die beiden Referenten wiesen anschließend auf die Folgen der Hasskommentare wie auch von bewussten Lügen für die betroffenen Menschen hin. In einzelnen Fällen seien Falschinformationen zum Anlass für Attentatsversuche und sogar erfolgreichen Mord an vorherigen Opfern von Hass und von massiver Desinformation im Netz geworden. Letztendlich drohe durch Hass im Netz sogar Gefahr für die Demokratie, weil freiheitlich denkende Personen aufgrund der Bedrohungen den Mut verlören, ihre Meinung öffentlich kundzutun. So würde das Internet zunehmend durch extremistische Kräfte gekapert mit der Folge von noch mehr Lügen über und noch mehr Hass auf das demokratische System und die freiheitliche Ordnung der Bundesrepublik.
In der Diskussion wurden anschließend Überlegungen angestellt, der Bedrohung aus dem Netz aktiv auch in Remagen entgegenzuwirken. AeB-Vorsitzender Frank Bliss, der die Veranstaltung im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ mit organisiert hatte, verwies unter anderem auf eine geplante Folgeveranstaltung nach der Sommerpause. Zu dieser sollten Fachleute eingeladen werden, die erfolgreiche Podcasts beispielsweise zu Faktenchecks und gegen die zunehmenden Verunglimpfungen von Personen und Meinungen im Internet anbieten und Anregungen für weitere Aktionen liefern könnten.
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Poster im Jugendbahnhof Remagen zum Thema „Hass im Netz“ Foto: Jugendbahnhof Remagen