Möhnen übernahmen die Macht in Remagen
Jecke Weiber ließen Pfarrer und Bürgermeister tanzen
Remagen. Mit Schirm, Charme und Spitzebötzje und vor allen Dingen jeder Menge Frauen-Power eroberte am Weiberdonnerstag die holde Möhnenschar um Obermöhn Ingrid Efferz das Rathaus. Mit dabei die Möhnengruppen mit dem Möhnen-Elferrat, den Nachtjacken, den Stippeföttche, den Top 7, der Gruppe Marlene, den Höppe-Mötzjer, den Montags-Möhnen und die Sternschnuppen. Allerdings konnte der Auftakt nicht auf den Rathaustreppen stattfinden, weil, so die Obermöhn, Petrus wohl kein Karnevalist sei. Angesichts der prächtig kostümierten Möhnenschar, die ihren Nachmittag nicht in nassen Kostümen feiern wollte, kündigte Ingrid Efferz kurzerhand den Umzug ins alte Jugendheim an.
Dort im Trockenen freuten sich alle über diese Ausweichmöglichkeit.
Mit dabei selbstverständlich das Remagener Prinzenpaar mit Prinzessin Bruni, der absoluten Regentin für den Möhnentag, Prinz Jupp, der ihr den Niff-Naff aus Liebe freiwillig überlassen hatte und dem auch das Blumensträußchen der Prinzessin bestens stand, sowie Kinderprinzessin Vanessa Sophie Beck.
Natürlich auch mit dabei Bürgermeister Herbert Georgi, der bereits am Sonntag dem Prinzen den Stadtschlüssel übergeben hatte. Allerdings nur mit einem schriftlichen Vertrag und der Auflage, die letzten fünf närrischen Tage auf Kosten des Prinzen in „Kölle“ zu verbringen. Dies betonte er dann auch in seiner Ansprache und hielt gleich die Rechnungen für Hotel und Taschengeld in Schriftform bereit. „Mit 2000 Euro komme ich hin. Die werdet Ihr sicher noch übrig haben. Falls nicht, kann ich ja das Märzgehalt der Prinzessin einbehalten“, schmunzelte Georgi. Doch da hatte er nicht mit Prinzessin Bruni, ihres Zeichens Leiterin des städtischen Kindergartens Pusteblume in Kripp, gerechnet. „Wenn das so ist, dann ziehen mein Prinz und ich ab Aschermittwoch für einen Monat bei Georgis bei freier Kost und Logis ein. Dann haben wir das Gehalt wieder drin“, konterte die Tollität. Doch ob die Kost dann so toll ausfallen wird, daran gab es Zweifel. Der Stadtchef hatte angesichts des geplatzten unteren Knopfes seiner Weste angekündigt, nur noch bis Aschermittwoch zu schlemmen und dann die Fastenzeit zu beginnen. „Heilfasten ist dann angesagt“, kündigte Georgi an.
Ohne Tanz geht beim Rathaussturm der Möhnen gar nichts. Die Gruppe Stippeföttche fischte sich die jecken Männer aus dem Saal, und weil sie bei der ersten Runde den Stadtchef und den Pfarrer vergessen hatten, gab es noch eine zweite Runde. Den musikalischen Part übernahm dabei der Vorsitzende des Fördervereins Altes Jugendheim, Rolf Plewa, mit der „Quetsch“. Bei dem närrischen Spektakel der holden Möhnenschar dabei waren natürlich die Vertreter des Elferrats der KG Narrenzunft, die Senatoren, die Prinzengarde, der Hofstaat des Prinzenpaars und die Begleitung der Kinderprinzessin. Als Fähndelschwenkerin der Möhnen verdiente sich Linda Jäger ihren Orden.
Nach einem gemeinsamen Schunkeln machte sich die riesige Mädelschar auf zum Umzug durch Remagen, bevor am Nachmittag die tolle Möhnensitzung im Foyer der Rheinhalle gefeiert wurde.
Stippefölttche mit Stadtbürgermeister Herbert Georgi.
