Eifelverein Remagen
„Jeder nur einen winzigen Schluck“
Wanderung mit Weinprobe von Walporzheim nach Bad Neuenahr
Remagen. Eine Wanderung von Walporzheim nach Bad Neuenahr, ist das nicht alles viel zu gut bekannt? Von wegen! Der Ahrsteig wurde so geschickt auch auf diesem Teilstück gewählt, dass selbst alte Wanderhasen immer wieder feststellen müssen: „Hier war ich noch nie“. Beim Start am Bahnhof Walporzheim muss man sich in dieser Jahreszeit förmlich losreißen von einem fantastisch farbenprächtigen Bild der gegenüberliegenden Steillagen. Je nach Rebsorte leuchten die Weinblätter in unterschiedlichen, satten Farbtönen. Helles Gold überwiegt. Die berühmte Einzellage Walporzheimer Gärkammer ist nur ein kleines Stück von hier ahraufwärts. Sie gilt als absolute Spitzenlage in Walporzheim.
Ein tief eingeschnittenes kleines Seitental nimmt schon bald den Ahrsteig auf. Es ist die Maibachklamm. Dort plätschert aber keineswegs der Maibach, sondern der Wingsbach. Der Ort ist ungemein lauschig. Über elf kleine Holzbrücken geht der Weg mal auf dem einen, dann auf dem anderen Ufer des Baches. Die tief stehende Sonne durchdringt hier und da das Laubdach der Bäume und bringt das kristallklare Wasser zum Glitzern. Oben geht es dann direkt weiter durch die ausgedehnten Weinlagen am Kloster Calvarienberg. In der großen modernen Schulanlage wird von Ursulinen heute ein Gymnasium, eine Realschule für Mädchen und ein Internat geleitet.
Zur Mittagszeit in einer Schutzhütte lud der Wanderführer zur Weinprobe ein. Denn er hatte doch tatsächlich eine Flasche Original Walporzheimer Gärkammer mitgenommen und winzige Becherchen mit Eichstrich. Für jeden gab es 0,04 l Spätburgunder, knochentrocken versteht sich. Man fühlte sich an den berühmten Film „Die Feuerzangenbowle“ erinnert mit der Szene „Jeder nur einen winzigen Schluck!“.
An der Lourdeskapelle vorbei und weiter im Wald, der plötzlich von fröhlichem Geschrei von Kindern und Jugendlichen aus den höchsten Baumwipfeln erfüllt war. Dort befindet sich seit Jahren ein Kletterpark. Am Waldrand kann man einen ungewöhnlich ausgedehnten Dachsbau bestaunen. Wie man an Spuren leicht erkennen kann, ist er bewohnt. Es muss ein riesiges Tier sein, denn in den Haupteingang seiner Behausung würde fast auch ein kleiner Braunbär hineinpassen.
