Kammerchor Konzert Remagen
Kammerchor Bad Neuenahr-Ahrweiler begeistert mit Konzert in Remagen
aus Grafschaft
Remagen. Aller guten Dinge sind drei. Das trifft auf die Aufführung des Kammerchores Bad Neuenahr-Ahrweiler am 12. September in Remagen besonders zu. Nach zwei Aufführungen des diesjährigen Programms in Bad Neuenahr und Burgbrohl, weiterer Arbeit an den Feinheiten der Stücke, präsentierten sich die Sängerinnen und Sänger frei und souverän in der stimmungsvollen Kirche St. Peter und Paul. Überraschend und für alle völlig unerwartet begann das Konzert mit einem langen großen viertorigen Geläut. Gerade als die Pianistin Anna Sigalowa vom Dirigenten Constantin Scholl das Zeichen für den ersten Anschlag auf dem Piano erhielt, erfüllte der erste Schlag der tiefsten Glocke gewaltig den Raum. Die dann einsetzende Mehrstimmigkeit vom Glockenturm konnte man nur geduldig aussitzen. Der Beginn des Konzertes erhielt dadurch einen besonderen Spannungsmoment. Mit der kurz einsetzenden Stille nach dem letzten Glockenschlag war der Raum voller Erwartung für die nun einsetzende Musik. Dirigiert vom neuen Chorleiter Constantin Scholl ließen die Sängerinnen und Sänger mit dem Lied „Meeressleuchten“ von Heinrich von Herzogenberg (1843-1900) eindrucksvoll und mit viel Emotionalität die Venus aus dem Meeresdunkel aufsteigen, bevor sie dann (wieder) auf ewig verschwindet und dem Meere nur ein Leuchten von ihr zurückbleibt. Mit den ausdrucksstark vorgetragenen Schubertliedern ließ der Chor die Zuhörerinnen und Zuhörer Anteil nehmen an Grunderfahrungen menschlicher Existenz, dem Fremdsein, dem Sich-Fremd-Fühlen, getäuschter Hoffnung, der Endlichkeit, in die im Lied „Gute Nacht“ auch die Liebe einbezogen wird, der Sehnsucht nach Heimat angesichts von Unterwegssein und des Unbehaustseins. Die zwei Lieder von Johannes Brahms (1933-1897) stimmten dann wieder zuversichtlicher und versöhnlicher. Im ersten wird die schöne Nacht gefeiert, in der die Liebe eines Knaben sacht Erfüllung findet. Im Abendlied lösen sich Freude und Schmerz im langsamen Übergang in den Schlaf auf. Das ganze Leben erscheint wie ein tröstliches Schlummerlied. Zwischen den Liedern dieser beiden Romantiker erfüllte der Chor a capella mit dem geistlichen Antiphon „O sacrum convivium (in den Fassungen von Gabrieli und Giovanne Croce ) den schönen romanischen Kirchenraum, was vom Publikum mit Sonderapplaus honoriert wurde. Fünf Lieder aus Franz Schuberts (1797-1828) Winterreise trug die junge Mezzosopranistin Marie-Louise Mensch in einem wiederum brillanten Soloauftritt vor. Unter den Zuhörern war auch der scheidende Chorleiter Hendrik Hasenberg, der das Konzertprogramm zusammengestellt und einstudiert hatte. Er wird die vom Chor in diesem Konzert erreichte Qualität mit Freude und Genugtuung erlebt haben.
Ab dem 21. September beginnt unter dem neuen Chorleiter Constantin Scholl die Arbeit an den Stücken für das kommende Jahr, in dem der Kammerchor sein 75jähriges Jubiläum begeht. Auf dem Programm stehen das „Magnifikat“ von John Rutter und „Wie der Hirsch schreit“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Alle, die grundsätzlich mitsingen wollen, aber auch besonderes Interesse für diese Aufführung haben, sollen sich mit dem Kammerchor in Verbindung setzen.
Die Sopranistin Marie-Louise Mensch animierte das Publikum mit ihrem brillanten Gesang zum Sonderapplaus Foto: Andreas Born
Nach dem ersten Konzert mit dem neuen Chorleiter Constantin Scholl geht es nun daran, mit ihm das neue Programm einzustudieren. Foto: Andreas Born
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Der neue Chorleiter Constantin Scholl motivierte den Kammerchor zu einem beeindruckenden Konzert Foto: Andreas Born