Eifelverein Remagen
Kapelle fast weggespült
Remagen. Der Krausberg oberhalb Dernau mit seinem Aussichtsturm gehört zu den markanten Attraktionen des Ahrtals. Der einzigartige Blick auf die Weinberge tief unten im Tal und über die Eifelhöhen lohnt die Mühe des Aufstiegs bei fast jedem Wetter. Erst recht aber, wenn die Sonne strahlt. Trotz Eiseskälte war das Ziel für die erste Wanderung des Remagener Eifelvereins im Neuen Jahr also glücklich gewählt, eine stattliche Zahl von Wanderern beteiligte sich. Durch den Frost war aller Matsch auf den Wegen trittfest erstarrt, nur bei vereisten Pfützen allerdings hieß es Aufpassen. Es gibt viele Möglichkeiten den Krausberg zu ersteigen. Besonders reizvoll ist der verschwiegene und kaum bekannte Pfad durch das Hecken-Tal, der gegenüber der Bunten Kuh beginnt. Vorbei an aufgelassenen, von Wald überwuchernden ehemaligen Weinbergen geht es ganz allmählich bergan bis zum Zusammenfluß von Geisbach und Heckentalbach. Dort steht die kleine, schmucke Winzerkapelle. 1881 wurde sie aus Dankbarkeit und zur Erinnerung an Lehrer Gies errichtet, der die Gründung der Walporzheimer Winzergenossenschaft angeregt hatte. Vor zwei Jahren wurde die halbverfallene Kapelle bei einem Unwetter vom reißenden Bach fast hinweggespült. Doch eine Walporzheimer Seniorengruppe hat inzwischen mit viel ehrenamtlichem Einsatz die Kapelle in altem Glanz wieder erstehen lassen. Sie gehört noch immer der Walporzheimer Winzergenossenschaft.
Der Weiterweg windet sich unschwer hinauf zum „Dernauer Platz“, auf dessen freier Fläche weit mehr frischer Schnee lag als im umgebenden Wald, wo der Schnee von den Ästen aufgefangen wird. Danach nur noch ein wenig Auf und Ab und schon stand man vor der urigen Krausberghütte des Eifelvereins, die bei so schönem Wetter natürlich bis auf den letzten Platz gefüllt war und wo für das leibliche Wohl aller Gäste zwar mit einfacher Küche aber immer bestens gesorgt wird. Zurück nach Walporzheim wurde der Uferweg an der Ahr entlang gewählt, unterhalb imposanter Felsformationen und gegenüber der Klosterruine Marienthal. In Höhe der Bunten Kuh schloß sich an der Ahrbrücke dieser Rundweg. Viel Zeit zum Betrachten der einzigartigen Weinbergsterrassen oberhalb vom Bahnhof Walporzheim blieb nicht. Denn womit heutzutage bei der Ahrtalbahn leider kaum noch jemand rechnet: der Zug nach Remagen kam zur allgemeinen Verblüffung auf die Minute pünktlich.
