Eifelverein Remagen
Kein Bach trennt Alaaf und Helau
Jahresabschlusswanderung ins Brohl- und Vinxtbachtal
Remagen. Am Rhein alles grün, aber nur wenige Kilometer davon entfernt erlebten die Wanderer des Eifelvereins Remagen zwischen Brohl- und Vinxtbachtal ihre Jahresabschlusswanderung in prächtigster Winterlandschaft. Zwar war es bitterkalt, minus zehn Grad können es gewesen sein. Aber die Sonne strahlte vom tiefblauen, wolkenlosen Himmel auf dem ganzen, in Niederlützingen beginnenden Rundweg. Auf verschneiten, hartgefrorenen Wiesen- und Waldwegen ging es ins malerische Vinxtbachtal. Dieser Bach trennte seit Kaiser Domitian im Jahre 82 n. Chr. jahrhundertelang die römischen Provinzen Ober- und Niedergermanien. Das hat zu einer noch heute klar erkennbaren Sprachgrenze zwischen moselfränkischer und rheinischer Mundart geführt. Aber eine historische Grenze zwischen Helau- und Alaaf-Schlachtrufen in der fünften Jahreszeit ist der Vinxtbach nie gewesen, auch wenn dies oft behauptet wird. Dafür sind solche Karnevalsbräuche viel zu jung und Helau und Alaaf auch regional breit und durcheinander gestreut. In Mainz wurde das Düsseldorfer Helau erst 1935 eingeführt.
Viele wertvolle, sehenswerte Kunstschätze enthält die Gönnersdorfer Kirche, darunter ein Taufbecken und eine spätgotische Kanzel. Südlich der Ortschaft steigt der Weg allmählich an bis auf fast 300 m. Das hatte gereicht, um gleich viel mehr Schnee liegen zu lassen. Die Bäume bogen sich unter ihrer Schneelast, die dick beschneiten Äste sahen zauberhaft aus. Am Weg steht unvermittelt ein steinernes Denkmal. Es wurde von einer Gönnersdorfer Bürgerinitiative errichtet zur Erinnerung an ihren erfolgreichen Abwehrkampf gegen eine dort lange Zeit geplante Mülldeponie.
Auf dem Rückweg zum Brohltal steht man staunend plötzlich an einem Zaun vor gähnendem Abgrund. Dort wird ein riesiges Lava-Bergwerk betrieben, wo einmal einmal der Herchenberg stand - viel ist von ihm nicht mehr übrig. In einer hohen Wand des Abbaus wurde ein Schlot senkrecht aufgestiegener Lava freigelegt, nicht nur für Geologen ein höchst interessanter Aufschluss. Vor der Rückkehr zum Ausgangspunkt wurde in Lützingen auf dem Dorfplatz noch ein gewaltiger Steinkoloss aus Lava-Schweißschlacken
bestaunt. Er wurde vor Jahren vom Herchenberg dorthin verbracht und erinnert an die Zeiten, als aus diesem Material in mühsamer Handarbeit Mühlsteine hergestellt wurden.
Für Getreide wären sie ungeeignet gewesen, wohl aber zum Betrieb in Lohmühlen bei der Lederherstellung.
