Graffiti ihm Namen der Integration
„Kids“ des Jugendbahnhofs besprühen Wände und Mauern
Remagen. Was häufig als Ärgernis empfunden wird, entpuppt sich unter Anleitung und Engagement von Jugendlichen als Kunst. Den Grafik-Künstler Simon Horn hatten die Verantwortlichen des Remagener Jugendbahnhofs eingeladen, um ein knappes Dutzend Jugendlicher aus mehreren Nationen für ihr Projekt zu begeistern. Graffiti-Kunst heißt die Aktion, die sich Aileen Buschmann und Britta Jelken auf die Fahne geschrieben haben, um ihre Jugendlichen für das Projekt „Toleranz fördern, Kompetenz stärken“ zu gewinnen.
Und voller Begeisterung waren die Jugendlichen auch drei Tage bei der Sache.
Wichtige Grundbegriffe
Im Jugendbahnhof festigte der Künstler aus Bonn erst einmal die Grundbegriffe des Graffiti-Sprayens. Auch erläuterte er, dass es nicht einfach damit getan sei, sich Dosen zu schnappen und einfach los zu legen. „Da kommt Euch ganz schnell das Ordnungsamt und die Hausbesitzer hinterher,“ warnte er die Jugendlichen vor unüberlegten Handlungen. Allerdings erläuterte er, dass es genug Wände gebe, die nur darauf warteten, künstlerisch betreut zu werden.
So hatten Buschmann und Jelken das alte Schülercafé hinter der Realschule ins Auge gefasst, um die Jugendkunst aufzubringen. Die Mädels und Jungens hatten ihre Kunst unter Anleitung von Horn erst einmal an Holzplatten geübt, bevor sie sich mit Schutzmasken und Dosen bewaffnet an das Freilicht-Objekt wagten. Die Wand, die bald in neuem künstlerischem Glanz erstrahlen sollte, zeigte bereits einige Spuren von Spray-Versuchen, musste stellenweise neu geweißt werden. Dreidimensionale Effekte zu erzeugen, begeisterte die Jugendlichen, ihre Namen wie Marvin oder Alexa zu verewigen, erfreute die 12- und 13-Jährigen. Emilia hielt es dann mehr mit Begriffen wie „Love“ in schwarz und rot.
Nachhaltigkeit ist gefragt
Doch die Kunst soll bleiben, Nachhaltigkeit ist für Simon Horn gefragt. So wurden die Spray-Aktionen auf Bilderwände und Holzflächen ausgedehnt, schließlich soll auch die Umwelt erfahren, welchen Stellenwert die gemeinsame Aktion der Jugendlichen aus mehreren Nationen für sie hat. Beim Tag der Demokratie im November, der auch durch das Projekt „Lokaler Aktionsplan“ durchgeführt wird, sollen die kleinen Kunstwerke gezeigt werden. AB
