Schüler der Klasse 6c des Gymnasiums Nonnenwerth zu Besuch im Weinberg
Kinder ernteten die reifen Spätburgundertrauben
Nonnenwerth. Die „Wahrheit“ ist: Bis ein Wein zum Genießen aus der Flasche kommt, muss viel geschehen. Ungefähr 20-mal muss der Winzer in seinen Weinberg, bis er die reifen Trauben in seinen Betrieb bringen und daraus Most werden kann. Bevor die Pflanzen im Frühjahr austreiben, muss der Rebschnitt erfolgen. Die neuen Triebe müssen festgebunden werden, damit der Weinstock genug Halt bekommt, um später Blätter und Trauben tragen zu können. Im Sommer werden die Triebe ausgebrochen, die nicht gebraucht werden. So können die übrigen Triebe besser wachsen und mehr Trauben tragen. Düngen und Pflanzenschutz gehören ebenfalls dazu. Dabei müssen Pflanzen nicht nur vor Schadinsekten, sondern, wie in Bad Hönningen, zum Teil sogar vor Wildschweinen geschützt werden. Die wissen halt auch, was gut schmeckt. Im Spätsommer können schließlich die Trauben geerntet werden. Das nennt sich „Weinlese“. Die Weinlese ist ein hartes Stück Arbeit, aber sie kann auch Spaß machen.
Den hatten jedenfalls die Schülerinnen und Schüler der Klasse 6c des Gymnasiums Nonnenwerth, als sie im Weinberg des Bad Hönninger Stadtweingutes unter der fachkundigen Anleitung von Winzer Alfred Emmerich die reifen Spätburgundertrauben ernteten. Dabei hatte Emmerich noch eine echte Überraschung für die Gruppe auf Lager. Im Weinberg erwies sich Klassenlehrerin Julia Müller als echte Fachfrau und legte gemeinsam mit ihrem Klassenleiterkollegen Michael Albrech so richtig los. Dem wollten die Schüler natürlich in nichts nachstehen.
In gut zwei Stunden konnten Trauben für rund 500 Flaschen Wein geerntet werden. Doch bevor es in die alkoholische Gärung ging, konnten die Kinder den frischen Traubenmost probieren. Emmerich führte die Gruppe anschließend durch seinen Betrieb. Überall blubberte und brodelte es, denn in den großen VA-Tanks begann überall der Most zu gären. In den Ohren eines Winzers muss das wie Musik klingen. Bis so ein Wein aber schließlich in der Flasche und später dann im Verkauf landen kann, vergehen noch etliche Monate. Im Frühjahr/Sommer wird es schließlich den „neuen“ 2014er geben. Nach so viel Arbeit und Information waren alle ganz schön hungrig. Dank Jugendpflegerin Nicole Emmler trafen sich alle in den Räumen des „Projekts offene Jugendarbeit“ in der Teestube des Gemeindezentrums St. Peter und Paul, wo einige Mütter der Klasse bereits einen kleinen Imbiss vorbereitet hatten. Das war eine Exkursion ganz nach dem Geschmack der Schüler.
