Aussendungsgottesdienst für die Sternsinger der Pfarreiengemeinschaft Remagen
Königlicher Besuch auf der Insel
Remagen. Wer am Nachmittag des 6. Januars in Rolandseck die B9 befuhr, bemerkte eine Fähre voller kleiner Königinnen und Könige, die zur Insel Nonnenwerth unterwegs war. Die Sternsinger aus allen fünf Remagener Pfarreien feierten dort in der Kirche St. Clemens mit Pastor Frank Klupsch den Aussendungsgottesdienst, bevor sie in den nächsten Tagen durch die Straßen ziehen und den Segen Gottes bringen.
Der gold-glänzende barocke Kirchenraum, die leuchtenden Sterne, die funkelnden Kronen und die prächtigen Gewänder der Kinder waren ein festliches Bild für die Feier zum Hochfest „Erscheinung des Herrn“, das auch „Epiphanie“ oder im Volksmund schlicht „Dreikönig“ genannt wird.
Der Remagener Pastor sprach sich bei den Schwestern für die Gastfreundschaft und bei den Kindern für die gute Beteiligung an der diesjährigen Sternsingeraktion aus - die größte Solidaritätsbewegung von Kindern für Kinder. Beim Dreikönigssingen 2015 sammeln die Kleinen Geld, um Kindern auf den Philippinen und weltweit eine gesunde Ernährung zu gewährleisten. Der Dank von Frank Klupsch galt auch den ehrenamtlichen Helferinnen, die mit den Kindern durch die Straßen gehen und den Organisatoren.
Zwischen den Kyrie-Rufen und den Fürbitten, die von Sternsingern gelesen wurden, dem Evangelium und den Gebeten, sang die Gemeinde traditionelle Sternsingerlieder. Claudia Podmelle begleitete den Gesang an der Orgel. In der Dialogpredigt des Pastors zeigten die Kinder, dass sie gut vorbereitet sind für ihren Weg durch die Gemeinden. Sie wussten, wie der Segensspruch geschrieben wird und das die Buchstaben „CMB“ für Caspar, Melchior und Balthasar stehen. Mit Hilfe der Betreuerinnen fanden sie heraus, dass sie auch eine Abkürzung des lateinischen Segensspruchs sind: „Christus mansionem benedicat - Christus möge dieses Haus segnen“.
Zum Abschluss des Gottesdienstes segnete Pfarrer Klupsch die Kreide und riet den Kindern, sich nicht zu ärgern, wenn sie unfreundlich empfangen werden. Sie sollen dann denken: „Gott hat auch diesen Menschen lieb“. An der nächsten Türe würden sie sicher umso freundlicher empfangen. Denn es warten viele Menschen auf die Sternsinger und freuen sich über den Besuch.
Die ersten Segenswünsche überbrachten die Kinder den Schwestern des Konvents, die sie mit Süßigkeiten belohnten. Es ist schon etwas Besonderes, auf der Insel Gottesdienst zu feiern. „Wir lassen nicht jeden auf die Insel“, meinten die Franziskanerinnen augenzwinkernd und erzählten die Geschichte von Richard von Weizsäcker. Er hatte eines Tages beim Joggen den Wunsch nach Nonnenwerth überzusetzen. Der Fährmann verwehrte es ihm. Auf seine Intervention, er sei der Bundespräsident, meinte der Fährmann: „Das kann ja jeder sagen“. Die Begebenheit soll den ehemaligen Bundespräsidenten sehr amüsiert haben.
