Eifelverein Remagen
Küchenschellen und Pilze
Remagen. Einige blühende Edelweiß am Weg hätten die Wanderfreunde des Eifelvereins Remagen nicht mehr überrascht als die purpurvioletten Blüten der Küchenschelle, die da plötzlich im Rasen am Riethel oberhalb von Volkesfeld leuchteten. Die Küchenschelle ist doch vielerorts in Deutschland in freier Natur längst ausgestorben, andernorts steht sie als extrem gefährdet auf der Roten Liste. Aber, wo sie noch vorkommt, blüht sie dort nicht im März und April und nicht Ende August? Egal, umso mehr freuten sich alle über diese hübsche Überraschung.
Der Traumpfad Heidehimmel weist zwar nur wenige zusammenhängende Heideflächen auf. Aber dort strahlte es den Wanderern schon von Weitem lila entgegen, so, wie es sich für eine Heide in der Eifel auch gehört. Jetzt ist dafür die schönste Jahreszeit. Einige Ginsterbüsche mischten mit zurückhaltender zweiter Blüte etwas Eifelgold in dieses farbenprächtige Bild. Dieser Traumpfad ist einfach schön, etwas für Genießer. Und mit wenig mehr als neun Kilometer ist er auch nicht anstrengend. Pilzfreunde kommen dort zur Zeit voll auf ihre Kosten, neben manchen anderen Edelpilzen gedeihen an den Waldrändern prächtige Schirmlinge (Parasolpilze). Zum Glück wissen nur wenige Menschen wie gut die schmecken. Auffallend große, gleichmäßig runde Hexenringe, zehn Meter und mehr im Durchmesser, standen immer wieder im Hochwald. Sie kommen zustande indem das Myzel eines Pilzes in alle Richtungen gleich schnell wächst.
Am Ende der Myzelfäden bildet sich dann im Folgejahr ein neuer Pilz. Am Schluss kommt man noch zum hübsch gefassten Sauerbrunnen Volkesfeld. Dessen eiskaltes Wasser enthält reichlich Calcium, Magnesium, Hydrogencarbonat und, wie die rostbraune Färbung sofort verrät, viel, viel Eisen. Im Gegensatz zu manch anderer Mineralquelle in der Eifel ist der Geschmack durchaus erfrischend. Die Gemeinde Volkesfeld hat zu Gunsten einer kostenlosen Nutzung durch Wanderer auf eine kommerzielle Verwertung dieses Heilwassers verzichtet.
