Fronleichnamsfest in Remagen
Mit Christus Brücken bauen
Eucharistiefeier auf dem Schulhof der Grundschule lockte viele Christen an
Remagen. Es war Dr. Johannes Georg Meyers letztes Fronleichnamsfest in Remagen, denn im Herbst beendet der langjährige Seelsorger seinen Dienst in Remagen und geht in den Ruhestand. Viele Christen waren am frühen Morgen des Fronleichnamstages der Einladung gefolgt, im Freien den Gottesdienst zu feiern. Gemeinsam mit dem Dechanten zelebrierten Pfarrer Alfred Becker und Pater Cornelius die heilige Messe. Sie wurde musikalisch begleitet von einem Bläserensemble. Mit dabei waren auch die Kommunionkinder in festlicher Kleidung, die Messdienerinnen und Messdiener in großer Zahl und die St. Sebastianus-Schützen in ihren grünen Uniformen.
In der Predigt griff Dr. Johannes Georg Meyer das Leitwort auf und sprach über die wichtigen Funktionen von Brücken. Sie ermöglichen Begegnung von Menschen und fördern den Austausch, überwinden Hindernisse und verkürzen Wege. So sind sie Symbole für die Verbindung zu den Armen und Kranken, zu den Alten und Jungen in der Gemeinde. Aber auch Zeichen für die Erschließung von Neuem. Nach der Messe stellte sich die Prozession auf. Dem Kreuzträger an der Spitze folgten die Kommunionkinder, die Schützen, der Altardienst und die Gruppe mit dem Allerheiligsten, der geweihten Hostie in einem edlen goldenen Gefäß. Hinter dem „Himmel“, einem sehr alten, kostbaren Stoffbaldachin, reihten sich die Männer, Frauen und Kinder ein. Die erste Station im Curanum gestalteten die Kommunionkinder. Die Seniorenresidenz ist ein wichtiger Brückenkopf der Pfarrei. Die alten Menschen gehören eng zur Pfarrei dazu. Neben regelmäßigen Gottesdiensten gibt es einen ehrenamtlichen Besuchs- und Betreuungsdienst.
Durch die Bibel geeint
In einem weiten Bogen näherte sich die Prozession der zweiten Station, der Friedenskirche. Mit der Pfarrerin Elisabeth Reuter und Vertretern des Presbyteriums freuten sich alle über die enge und fruchtbare Partnerschaft mit den evangelischen Christen. Das moderne Lied „Ich möchte gerne Brücken bauen“ begleitete Frau Reuter auf dem Akkordeon und die wohlklingenden Töne waren eine schöne Metapher für das harmonische Miteinander der Remagener Christen seit vielen Jahrzehnten. Diesen Gedanken griff auch Dr. Johannes Georg Meyer auf: „Auf dem Altar mit der Monstranz liegt die Bibel - sie verbindet uns, Gottes Wort ist uns allen gemeinsam.“ In der Pfarrkirche fand die Prozession ihren Abschluss und wie an den übrigen Stationen, böllerten die Schützen zum Segen.
Fahnen, kostbare Gewänder, Weihrauch, Glocken, Schellen und alte Lieder, wie das „Deinem Heiland Deinem Lehrer“ von Thomas von Aquin, prägen die Prozession. Dennoch ist die Fronleichnamsprozession, die einst über Köln in die Weltkirche kam, keine Demonstration, keine Erinnerung an mittelalterliche Frömmigkeit, sondern ein Bekenntnis, das gerade heute Menschen zusammenführen und verbinden kann. Nach dem Schlusssegen zeigte sich Johannes Georg Meyer bei allen, die im Vordergrund und Hintergrund das ehrwürdige Fest geplant, vorbereitet und mitgestaltet hatten, erkenntlich.
Vielleicht waren der besonders festliche Rahmen und die gute Beteiligung in diesem Jahr ein erstes, wertvolles Abschiedsgeschenk an den Pastor, der sich noch einmal mit den Christen auf den Weg durch „seine“ Stadt gemacht hatte. HK
