Eifelverein Remagen
Mit Zaubertrank durch die Ehrbachklamm
Die phasenweise wilde Schlucht bot ein abenteuerliches Wandererlebnis
Brodenbach. Beginnen Reisende die Wanderung durch die Ehrbachklamm in Emmelshausen, so können sie ab Boppard eine der schönsten deutschen Bahnstrecken genießen. So steil steigt sie bergan, dass es gerade noch ohne Zahnradbahn geht. Die kurven- und tunnelreiche Strecke bietet fantastische Ausblicke in tief eingeschnittene Waldtäler. In Emmelshausen startet dann der Wanderweg, der 16 km fast nur bergab führt bis Brodenbach an der Mosel. Aber dieser Weg hat es in sich. An heißen Sommertagen ist er ein Geheimtipp, denn unten in der Schlucht ist es immer deutlich kühler. Erst aber geht es den Leinfelder Bach entlang, dann durch das Preisbachtal. Der Weg ist landschaftlich reizvoll, aber wer die Ehrbachklamm noch nicht kennt, ist vielleicht enttäuscht. Denn von der berühmten Schlucht ist weit und breit nichts zu sehen.
Aber sie kommt. Zunächst kann der Durst nochmals am Schönecker Stahlbrunnen gestillt werden. Die gemauerte Brunnenstube ist kühl, das stark mineralhaltige Wasser eiskalt - ein wahrer Zaubertrank an einem solchen Tag, wie bei Asterix und Obelix. Dann schließlich wird das Tal enger, die Felswände rücken näher zusammen, das Wasser rauscht über moosbewachsene, glatt geschliffene riesige Steine und Felsstufen, bildet an mehreren Stellen hübsche Wasserfälle, während der Weg längst zum Felsensteig geworden ist, wo es sich nur an Stahlseilen entlang hangeln lässt und über schmale Holzbrücken, wo der Wanderer auf Leitern auf- und abwärts durch ein wahres Naturdenkmal balanciert. Dieser Weg ist nichts für ängstliche Gemüter, hier braucht es gutes Schuhwerk. Nur knapp zwei Kilometer misst der wildeste Teil der Klamm, dann weitet sich das Tal wieder etwas und gibt den Blick frei auf die hoch oben thronende, wehrhafte Ehrenburg. Der Abschied vom Ehrbach feiert sich am besten noch in dessen Tal in einer alten Mühle. Von dort ist es nicht mehr weit bis zur Bushaltestelle in Brodenbach.
