Eifelverein Remagen
Musikant am Limes erfroren
Remagen. Gute 550 km lang war der römische Limes zwischen Bad Hönningen und Eining an der Donau. Nach der Chinesischen Mauer war er damit das zweitgrößte Bauwerk der Welt. Zum Schutz des Römischen Reiches wurde er zwischen 85 und 260 n. Chr. errichtet und dann aufgegeben. Ein besonders gut erhaltenes Teilstück ist auf dem „Römer und Keltenweg“ oberhalb von Neuwied zu sehen, darunter auch Grundmauern von Wachttürmen und Kastellen. Der Wanderweg folgt dem Limes und verläuft ein längeres Stück sogar zwischen Palisadenwand und vorgelagertem Wall. Sein Aufbau wird auf Schautafeln anschaulich erklärt und ein kleines Stück wurde sogar rekonstruiert.
Keltische Funde
Mit seinem Namen widmet sich dieser Wanderweg aber auch den Kelten, denn der Limes durchschneidet ein großes keltisches Gräberfeld, das schon 700 Jahre vor den Römern angelegt wurde. Archäologen haben im weiten Umfeld über 50 noch erhaltene Gräber festgestellt. Der Limes nahm auf diesen ausgedehnten Friedhof keine Rücksicht, durchschnitt vielmehr sogar einige Gräber.
Ein abwechslungsreicher Weg
Auffallend prächtige, gewaltig große Buchen säumen den Weg dort. Das frisch gefallene Laub liegt zu dieser Jahreszeit oft knöcheltief auf dem Pfad und begleitet jeden Schritt mit Knistern und Rascheln. Dann mahnt plötzlich eine kleine Kapelle neben dem Limes an den tragischen Tod eines Musikanten, der sich vor Menschengedenken im Wald verirrte und dort am Limes erfror. Vorbei am Zoo von Neuwied führt der Weg über den Kuckucksberg mit schönen Ausblicken zurück zum Ausgangspunkt „Am Pilz“, wo sich die Wanderfreunde die Möglichkeit zur Einkehr nicht entgehen ließen. Danach aber gab es noch einen Abstecher zum römischen Kastell Niederbieber, einem Weltkulturerbe. Das tief im Hinterland gestaffelte Verteidigungssystem der Römer wird dort erklärt. Über 1000 Mann waren in diesem Kastell stationiert. Es herrschten strenge Hygienevorschriften, zu deren Einhaltung ein großes, höchst komfortables Badehaus mit Fußbodenheizung diente.
