Übergabe des Ehrenmals für die Gefallenen
Neuer Standort für altes Ehrenmal
Willy Weis und Hildegard Funk übergaben das Ehrenmal an Herbert Georgi
Kripp. Das Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges der Kripper Lederfabrik befindet sich seit Mitte Oktober vergangenen Jahres auf dem Ehrenfriedhof des Kripper Friedhofes. Nun wurde das Ehrenmal offiziell von Willy Weis und Hildegard Funk im Beisein von Ortsvorsteher Heinz-Peter Hammer an Bürgermeister Herbert Georgi übergeben. Das Ehrenmal stand bis Ende 2012 auf dem Fabrikgelände der ehemaligen Kripper Lederfabrik in unmittelbarer Nähe des an der Ecke Quellenstraße/Römerstraße befindlichen damaligen Bürogebäudes. Geschaffen wurde es um 1921/22 vom damaligen jungen Künstler Ewald Mataré, den die damalige Existenznot Ende des Ersten Weltkrieges nach Kripp verschlagen hatte.
Im Auftrag der Grafenfamilie Taveggi als Besitzer der Kripper Lederfabrik schuf Ewald Mataré für die Gefallenen der Lederfabrik um 1921/22 ein Ehrenmal aus Tuffstein. Der Gedenkstein hat die Form einer vierseitigen Pyramide, auf deren Vorderseite die Namen der Toten eingemeißelt sind.
Restauriert und neu platziert
Nach dem Niedergang der Kripper Lederfabrik 2006 stand das marode und stark verwitterte Ehrenmal nicht im Einklang mit den zukünftigen Planungsideen des neuen Eigentümers und wurde nach dem Abriss Willy Weis und Hildegard Funk übergeben. Sie ließen das Kunstwerk umfangreich und aufwendig renovieren und stellten das hiesige Kulturgut wieder der Allgemeinheit als Leihgabe der Gemeinde zur Verfügung. Als neuer würdiger Standort für dieses Ehrenmal wurde mit der Zustimmung des Ortsbeirates auf dem Ehrenfriedhof ein Platz schräg gegenüber des, vom Künstler 1919 geschaffenen, Gefallenen-Ehrenmals gewählt.
Neben der Gestaltung des Ehrenmales für die Gefallenen der Kripper Lederfabrik konnten Willy Weis und Hildegard Funk mehrere Arbeiten des Künstlers in Kripp nachvollziehen. Die Nachweise stammen teils aus mündlichen Überlieferungen von Zeitzeugen oder aus Dokumentationen, unter anderem wie die Ausmalung der Kirche und der Hochwassernotkapelle gemeinsam mit dem Kripper Kunstmaler Felix Lüttgen. Des Weiteren entwarf und gestaltete Ewald Mataré unter anderem 1919 im Auftrag der Gemeinde Kripp das Ehrenmal für die Gefallenen des Ortes auf dem Kripper Friedhof sowie eine namentliche Gedenktafel für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Gemeindemitglieder in der Pfarrkirche Sankt Johannes Nepomuk Kripp. Zudem schuf der Künstler die beiden liegenden Löwen vor dem Mausoleum.
Ewald Mataré floh, deprimiert über die Kriegsauswirkungen 1944 aus dem Düsseldorfer Raum nach Kripp und später in das Kloster Eberbach. Seinem Tagebuch zufolge kurte seine Ehefrau im Kripper Sanatorium Dr. Dr. Karsten. Während dieser Zeit logierte er in der damaligen Villa Anker. Ewald Mataré, geboren 1887, verstarb am 29. März 1965 in Büderich an einer Lungenembolie. In seiner rastlosen Schaffenszeit hat er mit seinem künstlerischen Oeuvre unzählige Werke hinterlassen, die heute in der Kunstwelt begehrt sind. Kripp ist in der glücklichen Lage einige seiner Werke zu besitzen.
