Stimmungsvolle Prunksitzung der KG Narrenzunft begeisterte in der voll besetzten Rheinhalle
Prinzenpaar strahlte mit „em fussisch Julche“ um die Wette
Spitzenmäßige Tänze, tolle Büttenreden und schmissige Klänge rissen das Publikum mit
Remagen. Ein Superwurf ist der KG Narrenzunft um Sitzungspräsidenten Guido Selbach und Vorsitzenden Martin Dinkelbach mit der großen Prunksitzung am Samstag in der Rheinhalle gelungen. Die Symbiose der Beliebtheit des Remagener Prinzenpaares Prinz Jupp und Prinzessin Bruni (Hermes) und die gute Auswahl des Sitzungsprogramms hatte offensichtlich gezogen. Die Rheinhalle war ausverkauft und das Publikum ließ sich nur zu gerne von der natürlichen Fröhlichkeit des Prinzenpaares und dem tollen Programm mitreißen. Sogar mehr Tische und Stühle mussten noch kurzfristig beschafft werden, um die gut 500 knatschjecken Narren gemütlich unterzubringen. Schon der farbenprächtige Einmarsch begeisterte. Ob der Elferrat oder die Prinzengarde mit Gardepflänzje, die Möhne oder die Magic Dancers der KG, das Kinderprinzenpaar Vanessa Sophie Beck mit Hofdame Alena Ott, der Kinder- und Jugendkarneval und zum krönenden Abschluss das Prinzenpaar Prinz Jupp und Prinzessin Bruni (Hermes), das Publikum jubelte und bereitete dem Prinzenpaar und der Kinderprinzessin einen traumhaften Einmarsch in die prächtig geschmückte Halle und auf die Bühne. Den musikalischen Part übernahm dabei die Haus- und Hofkapelle des Prinzenpaares, das Panikorchester um Stardirigenten Tommy Pieper, die ohne „flüssiges“ Warm-Up unermüdlich das Prinzenpaarlied „Schön ist das Leben ...“ spielten. Als Moderator machte Sitzungspräsident Guido Selbach seine Sache bestens, grüßte in Blocks kurz und knapp die Ehrengäste, leitete mit verbindenden Worten von Auftritt zu Auftritt und stellte die Akteure gekonnt in den Mittelpunkt.
Stehende Ovationen
Jubelnd schmetterten das Prinzenpaar und die Kinderprinzessin den Narren im Saal ihr „Alaaf“ zu und das Publikum dankte es ihnen immer wieder mit stehenden Ovationen. Und kaum hatten die Tollitäten vor der Bühne Platz genommen, begeisterte die Prinzengarde um Kommandanten Dr. Paul Alfter mit ihrem Gardetanz. Doch sie setzten im Verlaufe des Programms noch einen drauf, und rissen das Publikum mit ihrem Western-Salon-Tanz regelrecht mit. Dabei glänzten der Kommandant als Winnetou und der Vizekommandant Christian Unger als Old Shatterhand, während die Mädels einen gekonnten Can-Can hinlegten. Als HOBI „Ein Mann für alle Feste“ begeisterte die „kleine Schwester von Inge Meysel“ Bert Hobert, der mit viel Witz die Lachmuskeln attackierte und die Jecken mit „Wer hat mir die Rose“ oder „Kein Schwein ruft mich an“ zum Mitsingen brachte. Er wusste auch ganz genau, warum Petrus die Geldscheine nicht in den Himmel kommen lassen wollte, „denn die habe ich in der Kirche noch nicht gesehen“. Viel Witz bewies auch die weitere Büttenrednerin Elke Schnitzler aus Remagen, die erstmalig bei der Prunksitzung auf der Bühne die Lacher mit ihren Gags aus dem Alltag ganz auf ihrer Seite hatte. Einen Supertanz servierten die Magic Dancers der KG Narrenzunft, die unter dem Motto „It´s a kind of magic“ einen magischen Tanz in tollen Kostümen und mit jede Menge Akrobatik auf die Bühne brachten. Sie bewiesen einmal mehr, warum sie vor wenigen Wochen den dritten Platz bei der Deutschen Meisterschaft in Schweich erringen konnten.
Kölner Volloblutkarnevalistin
Nicht mehr zu bremsen waren die Narren beim „Fussisch Julchen“, der Kölner Vollblutkarnevalistin Marita Köllner. Kaum eine Minute im Saal stand sie auf dem Tisch und holte sich in die Höhen auch noch das Prinzenpaar hinzu. Lautstark rief et Julche „Wir demonstrieren hier, dat oos die janze Föttchensföhler von Köln mal kreuzweise können“. „Wir hahle zesamme überall upp de Welt“ sang sie gemeinsam mit dem Prinzenpaar auf dem Tisch, dicht umringt von Fans und der Saal stand komplett. Als sie dann noch mit dem Elferrat einen Samba auf die Bühne legte, herrschte Hochstimmung im Saal. Ebenso nicht mehr zu bremsen waren die knatschjecken Narren beim Auftritt der beiden Travestiekünstler Ham & Egg, alias Jörg Dilthey und Andreas Schmitz. In schrillen Kostümen, mit spitzen Dialogen und tänzerisch überzeugte das Travestie-Duo, das nun schon 19 Jahre über die Bühne flattert. Hoch her ging es dann erneut mit dem Panikorchester, das schmissige Klänge servierte, den Saal zum Mittoben brachte und seinem Prinzenpaar musikalisch lautstark huldigte. Ebenfalls Heimvorteil hatten die Mädels der Twirling-Sticks um Ramona Ruhmann, die sich voller Schwung in die Herzen der Narren tanzten.
Einen gewaltigen und krönenden Schlussakzent setzte das Kölner Reiterkorps „Jan von Werth“ unter das Sitzungsprogramm. Schon der Einmarsch ein Highlight, denn das Traditionskorps brachte mit der Korpskapelle und der Tanzformation fast 150 Akteure auf die Bühne. Zu den schmissigen Klängen setzte sich die riesige Tanzformation in Bewegung. Während die Säbel rasselten, tanzte sich das Tanzpaar Christian Bergsch und Britta Schwadorf mit atemberaubender Akrobatik in die Herzen der Jecken. Ehren-Tanzoffizier Christian Bergsch war erst vor wenigen Tagen für den erkrankten Tanzoffizier Niklas Jüngling eingesprungen. Da er selbst Tanzoffizier war und die Tanzabläufe bestens kennt, war das Korps froh, kurzfristig einen Ersatz gefunden zu haben. Das Publikum dankte mit lang anhaltendem Applaus für den gekonnten Programmabschluss und genoss im Anschluss die After-Show-Party im Foyer zur Musik von DJ Josi. Einen Superpart hatte wieder einmal die Kapelle Wahnsinn total mit Klaus und Günter Schmitt geliefert. Stets spontan hatte sie den richtigen Ton parat.
HOBI, Bert Hobert glänzte als die "kleine Schwester von Inge Meysel".
