Sankt Josefs-Verein Bandorf
Traditionelles Wenzelfest auf untraditionellem Boden
Spontan wurde das Fest von der Wiese vor das Dorfgemeinschaftshaus verlegt
Bandorf. Zum traditionellen Wenzelfest hatte der Sankt Josefs-Verein Bandorf kürzlich alle großen und kleinen Bürger von Bandorf eingeladen. Und so spontan wie die Einladung, so spontan wurde der Veranstaltungsort umgelegt, von der nassen Wiese nahe der Quelle des Bandorfer Baches vor das Dorfgemeinschaftshaus. So gab es zwar kein Wenzeln auf der Wiese und keine Strohballen zum Sitzen, doch an Tischen und Bänken machten es sich die Bandorfer gemütlich und frönten der Geselligkeit. Ein Kicker sorgte für die Unterhaltung des Nachwuchses und für kühle Getränke war natürlich bestens gesorgt. Am frühen Nachmittag herrschte dann reger Betrieb vor dem Dorfgemeinschaftshaus. Wer Hunger hatte, der musste auch nicht nach Hause gehen, denn der Grill war ebenso angeworfen worden wie beim Wenzeln auf der Wiese.
Da dufteten Würstchen und Steaks und auch der MäcJupp lockte so manchen Hungrigen. Da wurde dann, wie gewohnt, gar schmunzelnd gemunkelt, angesichts des riesigen MäcJupp, es werde Preise geben für unfallfreies Essen.
Bis in den späten Nachmittag genossen die Bandorfer die Geselligkeit und den Schwof untereinander. Als Organisator fungierte erneut der Vorstand des Sankt Josefs-Vereins Bandorf um Reiner Odenthal.
Über viele Jahre hinweg gehörte zur Sommerzeit das „Wenzelfest“ in Bandorf zum traditionellen Dorfgeschehen. Namensgeber für dieses Fest war nicht der heilige Wenzel, sondern eine besonders im Sommer bei Kindern beliebte Freizeitbeschäftigung: das „auf der Wiese wenzeln“.
Und was den Kleinen ihr Vergnügen wollten die Großen nicht missen. Sie wenzelten zwar nicht, aber zünftig gefeiert wurde von den Großen immer beim Wenzelfest. Da Wenzeln und Feiern aber nur auf einer trockenen Wiese Spaß macht, fand das Wenzelfest früher zwar regelmäßig statt, allerdings wusste niemand wo und wann. Stets spontan wurde je nach Wetterlage das Fest und eine trockene Wiese kurzfristig organisiert und die Bevölkerung informiert. Ins Leben gerufen hatte Helmut Tinter das Wenzelfest in den Jahren 1975 und 1976, als er Vorsitzender des Sankt Josefs-Verein war.
Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Vereins hatte der Sankt Josefs-Verein im Jahr 2003 beschlossen, das Wenzelfest wieder aufleben zu lassen.
