72-Stunden-Aktion in Unkelbach
„Uns schickt der Himmel“
Jugendliche bauen einen Generationenplatz mit einer großen Kräuterspirale
Unkelbach. Es gibt etwas Neues in Unkelbach. Jugendliche haben in 72 Stunden auf dem ehemaligen Alten Friedhof einen „Generationenplatz“ geschaffen. Die schöne Anlage wurde von Pastor Frank Kluptsch und Kooperator Alfred Becker feierlich eingeweiht. Die überwiegend aus Unkelbach stammenden jungen Menschen hatten sich an der erstmals bundesweit veranstalteten Sozialaktion: „72 Stunden - Uns schickt der Himmel“ des Bundes der katholischen Jugend mit diesem beeindruckenden Projekt beteiligt. Ziel ist, innerhalb von 72 Stunden ein gemeinnütziges, soziales, ökologisches oder interkulturelles Projekt umzusetzen. Geplant, organisiert und koordiniert wurde das ehrgeizige Bauvorhaben von Mareike Spahn und Daniel Schäfer, umgesetzt von vielen jugendlichen Händen.
Die Vorarbeit leisteten Ortsvereine und engagierte Bürger. Die Aktion begann mit einem Gebet und strömendem Regen und endete mit einer Segnung und bei strahlendem Sonnenschein. Bei diesen harten Arbeitsbedingungen war natürlich auch die Verpflegung nicht unwichtig. „Das hat gut geklappt,“ freuten sich die Jugendlichen, „wir haben gut gegessen und getrunken“.
Zur Segnung kamen nicht nur die Akteure und Vertreter aus Verwaltung und Politik, sondern sehr viele Unkelbacher. In deren Reihen hörte man nur Anerkennung und Gutes über die Aktion. Was in wenigen Stunden gestaltet wurde, sollte man sich unbedingt live anschauen: eine große Kräuterspirale, die das Zentrum des Platzes beschreibt. Sie ist so angelegt, dass viele Kräuter mit ihren verschiedenen Ansprüchen an Licht, Wärme, Bodenbeschaffenheit und Feuchtigkeit ideale Bedingungen finden und gut wachsen können. Später wird noch eine Mariengrotte angelegt, weil auch das Gebet eine Kraftquelle sein kann. In diesem Sinne hat das Team ein Gelände gestaltet, aber mehr noch, etwas Gutes für die Menschen mitten im Dorf geschaffen. Gottes Liebe zu den Menschen griff Pastor Klupsch in seinen Eingangsworten auf. Ein Gott, „der noch in unserer Haut stecken will, wenn alle sich von uns abwenden.“ Nach Gebeten und Liedern gedachte die Gemeinde in besonderer Weise der Toten, die dort begraben liegen. Das Aktionsteam hatte grasgrüne Luftballons vorbereitet - ein Ballon trug ein großes rotes Herz in Erinnerung an eine kürzlich verstorbene junge Frau.
Kinder trugen die Ballons ein Stück über den Platz und ließen sie in den frühsommerlichen blauen Himmel steigen. „So wie sie aufsteigen, soll unser Gebet und Andenken an die Verstorbenen hinauffahren zu Gott“, sagte Mareike.
Die kleine Feier endete mit einem großen „Dankeschön“ der Seelsorgerin Sabine Gilles, der Geistlichen und der Ortsverantwortlichen an alle, die angepackt hatten und an die vielen Spender von Material und Pflanzen sowie an die Experten, die bei der Planung wichtige Tipps für die Umsetzung gegeben hatten. Das letzte offizielle Wort galt den Opfern der Flutkatastrophe: Am Ausgang stand eine Sammelbüchse und jeder Spender konnte sich einen schön bemalten Stein mitnehmen. Der alte Platz im Schatten von St. Remigius, der einst Begräbnisstätte war, wurde in wenigen Stunden zu einem Platz des Lebens.
