Eifelverein Remagen
Unterwegs im Pommerbachtal
Remagen. Auf dem Weg ins Paradies gilt es bekanntlich, Hindernisse zu überwinden. So auch auf dem Weg ins Naturparadies Pommerbachtal. Denn der Start in Kaisersesch ist wenig einladend. Erst vorbei an einer Kläranlage und dann muss man durch eine endlos lang erscheinende, unbeleuchtete Betonröhre unter der Autobahn hindurch - links ein schmaler Streifen für Fußgänger, rechts fließt der Bach, kein Geländer dazwischen. Zu allem Überfluss warnt auch noch ein Schild vor plötzlichen Überschwemmungen. Ein solcher Zugang ist nichts für ängstliche Gemüter. Aber wer sich hindurchwagt, wird reich belohnt. Denn gleich danach beginnt das zauberhafte Pommerbachtal. Es gehört zu den unberührtesten und schönsten Seitentälern der Mosel. Der 19 km lange Wanderweg folgt dem Pommerbach abwärts mal rechts, mal links, durch höchst abwechslungsreichen Laub- und Nadelwald, dazwischen an saftig grünen Wiesen voller Frühlingsblumen vorbei. Den Lärm der Autobahn hört man schon bald nicht mehr, danach nur noch das Plätschern des mit jedem Kilometer breiter werdenden Baches und den Gesang der Vögel. Dieser Wanderweg durchquert auf seiner ganzen Länge bis Pommern keine Ortschaft. Die Reste einiger Mühlen, das ehemalige Jagdhaus Villa Margaretha, die wenigen Mauerreste des einstigen Klosters Rosenthal - viel mehr Gebäude gibt es nicht zu sehen, dafür aber wunderschöne Ausblicke unten im Tal und auf die immer höher werdenden Berghänge voll imponierender Felsen und manchmal großartiger, spiegelnd glatter Schieferwände. Über 20 Stege sind zu überqueren. Bei einigen wird der Übergang zum Balancierkunststück, denn einzelne Bretter und das Geländer fehlen. Aber das tat der Fröhlichkeit keinen Abbruch. Plötzlich weitet sich das Tal und gibt den Blick frei auf die gegenüberliegenden Moselhänge. Der hübsche, uralte Weinort Pommern ist erreicht, der Zug gerade weg - so stand den Wanderern eine hochwillkommene volle Stunde zur Einkehr in einem Weinlokal zur Verfügung.
