Arp Museum im Bahnhof Rolandseck informiert über seine Termine
Veranstaltungen im Dezember
Rolandseck.Das Arp Museum informiert über das Programm im Dezember:
Ausstellungen: 26. Oktober bis 25. Mai 2015: Ernesto Neto. Haux Haux: Ernesto Neto lädt dazu ein, den eigenen Körper intensiv zur Kunstwahrnehmung einzusetzen und dafür auch den direkten Kontakt mit dem eigenen Körper zu suchen. Seine ausladenden Installationen und Skulpturen dürfen daher zum Teil berührt und betreten werden. Den Geruchssinn lockt er mit dem Duft unterschiedlicher Gewürzsäcke, die Teil von raumgreifenden Arbeiten aus Tüll, Nylon und Schaumstoff sind. Durch diese spielerische Interaktion weist seine Kunst stets eine sinnliche und soziale Qualität auf. Neto sieht sein Schaffen zudem in der Nachfolge von Hans Arp und stellt deshalb einige seiner Werke denjenigen Arps direkt gegenüber. Speziell für die Ausstellung hat er ein Video produziert, das ihn selbst in „liebevoller“ Umarmung und Bewegung mit einer Skulptur des Hauspatrons zeigt.
22. August bis 11. Januar 2015: Aron Demetz. I am: Aron Demetz setzt sich mit dem menschlichen Körper und dessen Verletzlichkeit auseinander. Figurativ arbeitend folgt er dabei der Tradition der Bildschnitzkunst, bearbeitet seine Skulpturen aber in einem ganz eigenen künstlerischen Stil, der Überlieferung und Moderne vereint. Scharfe Einschnitte mit Motorsäge, Stemmeisen und Beil treffen auf maschinelle Fräsvorgänge. Manche Figuren übergießt er mit Naturharz oder lässt raue Holzfäden aus den Körperoberflächen wachsen. Die Themen Verletzung, Heilung und Metamorphose bestimmen fast alle seine Arbeiten. Neben den 2009 erstmals auf der Biennale in Venedig gezeigten Skulpturen sind in der Ausstellung auch Bronze-, Marmor- und Glasarbeiten zu sehen. Bis 25. Januar 2015: Kunstkammer Rau: „Leibhaftig. Der menschliche Körper zwischen Lust und Schmerz“: 2014 jährt sich der Ausbruch des Ersten Weltkriegs zum 100. Mal. Im Themenjahr der „Menschlichen Dimensionen“ macht die Ausstellung das Leiden mit Blick auf den menschlichen Körper selbst erfahrbar. Rund 50 hochkarätige Skulpturen und Gemälde der „Sammlung Rau für UNICEF“, ergänzt durch Leihgaben internationaler Sammlungen und ausgewählte Positionen der Gegenwart, vergegenwärtigen Täter und Opfer, Lust und Qual im Kreislauf der Gewalt der letzten 2.000 Jahre. 27. September bis 22. Februar 2015: Der Max ist da! 100 Jahre Künstlerfreundschaft Max Ernst und Hans Arp: Im Jahr 1914 lernen sich Hans Arp und Max Ernst in Köln kennen. Dies war der Beginn einer lebenslangen Künstlerfreundschaft, die sich nun zum 100. Mal jährt. Das Arp Museum Bahnhof Rolandseck und das Max Ernst Museum Brühl des LVR nehmen dies zum Anlass, gemeinsam an die Begegnung der beiden Künstler zu erinnern. Die beiden Patronatsmuseen laden den jeweiligen Freund zu Gast ins eigene Haus. So zeigt das Max Ernst Museum Skulpturen, Reliefs und Papierarbeiten von Arp, gleichzeitig treffen hier die surrealistischen Skulpturen und Gemälde von Ernst auf Arps einzigartige organische Werke. Es ist ein „Rendez-vous des amis“ der besonderen Art. Schon mit Dada-Köln 1919 knüpfen sie unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg an ihren „Freundschaftspakt“ an. Beide verbindet eine eng verwandte Gedanken- und Vorstellungswelt, die sich in beiden Ausstellungen entdecken lässt.
Lesungen
Erzähler der Welt: Uwe Kolbe, „Die Lüge“ am Dienstag, 2. Dezember um 19 Uhr. Uwe Kolbe zählt zu den namhaftesten deutschen Lyrikern und allein schon deshalb darf sein spätes Romandebüt - Kolbe ist 56 Jahre alt - Anspruch auf großes Interesse erheben. Uwe Kolbe, 1957 in Ost-Berlin geboren, veröffentlichte im Alter von 19 Jahren erste Gedichte in der Zeitschrift Sinn und Form und wurde gefördert von Franz Fühmann, bevor er in Konflikt mit der offiziellen DDR-Kulturpolitik geriet. 1987 siedelte er nach Westdeutschland über. 1989 war er Visiting Writer an der Universität von Texas in Austin, 1992 Stipendiat Villa Massimo, Rom. Er erhielt einige Literaturpreise, zuletzt den Preis der Literaturhäuser 2006. Er lebt als freier Schriftsteller in Berlin-Charlottenburg. In „Die Lüge“ erzählt Uwe Kolbe von einem Stasi-Mann, der die Kunstszene überwacht - und, angelehnt an die eigene Biografie, eine Geschichte von Vater und Sohn, die sich der Enge der Diktatur durch erotische Eskapaden entziehen.
Konzerte
Sonderkonzert mit Radu Lupu am Donnerstag, 11. Dezember um 20 Uhr. Programm: J. Brahms: Variationen über ein Thema, op. 21/1; L. v. Beethoven: Thema und 32 Variationen c-moll, WoO.80; W. A. Mozart: Variationen über ein Menuett von Duport, KV 573 F.; F. Schubert: Sonate G-Dur, D894. Eine langjährige Beziehung verbindet Radu Lupu, Starpianist rumänischer Herkunft, mit dem Bahnhof Rolandseck. Durch seine enge Freundschaft zu Johannes Wasmuth spielte er hier oftmals sowie in Wasmuths Bonner Reihe Festival Pro - unter anderem zusammen mit Murray Perahia. Eines von zwei Rezitalen in Deutschland können die Besucher mit diesem Konzert erleben. Lupu entzieht sich den Marktmechanismen der klassischen Musik. Die Vorlaufzeiten für seine Konzertplanungen sind kurz. Er gibt keine Interviews und scheut Foto- und Fernsehaufnahmen. Von der eingeschworenen Klaviergemeinde wird er verehrt und von Kollegen teils hymnisch gepriesen. Grantig in seiner Außenwirkung, aber ein ausgesprochener Feingeist auf den Tasten.
Benefizkonzert zugunsten syrischer Flüchtlingskinder: Kinan Azmeh (Klarinette) und Manfred Leuchter (Akkordeon) am Donnerstag, 18.Dezember um 19 Uhr: Zwei Ausnahmekünstler stellen ihre Kunst an diesem Abend in den Dienst der guten Sache. Der syrische Klarinettist und Komponist Kinan Azmeh trifft musikalisch auf den deutschen Akkordeonisten Manfred Leuchter. Gemeinsam präsentieren die beiden eigene Kompositionen, die die Grenzen zwischen Komposition und Improvisation sprengen, vor dem Hintergrund verschiedenster Musikgenres wie der arabischen Musik, der klassischen Musiktradition und dem Jazz. Für die beiden Musiker sind ihre Instrumente die Mittel zur Kommunikation miteinander. Sie gehen dabei mit den klanglichen Möglichkeiten an die Grenzen ihrer Instrumente. Azmeh und Leuchter sind als Gäste in den Bands des jeweils anderen häufig aufgetreten. Sie haben zusammen in Tourneen in Europa und dem Mittleren Osten konzertiert. Das Album „9 days of Solitude“ wurde 2006 in Syrien als Zusammenarbeit zwischen Kinan Azmehs syrischem Trio „Hewar“ und Manfred Leuchters deutschem Trio aufgenommen.
Führungen
Kunst mit Kind und Kegel: „Architektur und Geschichte des Arp Museums“ am Freitag, 12. Dezember von 15 bis 16.30 Uhr: An jedem zweiten Freitag im Monat von 15 bis 16.30 Uhr bietet das Museum Kunstführungen zu den wechselnden Ausstellungen für junge Eltern an. Sie können Neues entdecken, sich austauschen und ihr Baby mitbringen. Parallel können ihre größeren Kinder ihre Kreativität in einem Museumsworkshop entdecken.
Blickpunkte - Eine etwas andere Sicht am Samstag, 15. Dezember um 15 Uhr: Studentinnen und Studenten des Kunsthistorischen Instituts der Universität Bonn unter der Leitung von Franziska Mailbeck und Helen Wobbe begleiten die Besucher bei einer öffentlichen Führung mit ihrem jungen Blick durch das Arp Museum Bahnhof Rolandseck mit seiner beeindruckenden Architektur von Richard Meier und die wechselnden Ausstellungen.
Philosophie trifft Kunst: Philosophie des Körpers - zwischen Schmerz und Lust am Samstag, 13. Dezember von 11 bis 16.30 Uhr. Referierende: Markus Melchers (Philosophische Praxis „Sinn auf Rädern“), Dr. Christina Münk (freiberufliche Autorin), Prof. Dr. Hans-Joachim Pieper (Universität Bonn). Aktuelle Ausstellungen dienen als Anlass für philosophisches Nachdenken. Die Ausstellung „Leibhaftig. Der menschliche Körper zwischen Lust und Schmerz“ präsentiert den Menschen als körperliches Wesen mit all seiner Verletzlichkeit. Das Thema „Leiblichkeit“ wirft eine Reihe von Fragen auf: Wie ist die Beziehung zwischen Körper und Seele zu denken? In welchem Verhältnis stehen wissenschaftliche Körperbilder und persönliche Leiberfahrungen zueinander? Wann sind körperliche Schmerzen zumutbar und warum sind sie manchmal sogar mit Lust verbunden? Und was hat es mit dem Phänomen der (Körper-)Scham auf sich? Nach einem gemeinsamen Gang durch die Ausstellung laden die thematischen Vorträge im „Dialog“ mit den Werken und zur Diskussion ein. Anmeldung und Information: Frau Tillmanns, Tel. (02 28) 77 30 42, gabriele.tillmanns@bonn.de. Teilnehmer: zehn bis 18 Personen.
Öffentliche Führung „Aron Demetz“ am Sonntag, 14. Dezember von 15 bis 16 Uhr.
Öffentliche Führung „Ernesto Neto. Haux Haux“ am Sonntag, 21. Dezember von 15 bis 16 Uhr. Der entschleunigte Blick: Besinnliches zum neuen Jahr am Samstag, 27. Dezember von 11.30 bis 13 Uhr: Kunst wirkt! Aber wie? Was muss ich wissen, was kann ich sehen? Die Zugänge zur Kunst sind vielfältig und individuell wie die Kunst selbst. Doch ganz gleich, welchen Weg wir wählen - es braucht vor allem eines: Zeit. Die Kunsthistorikerin Nicole Birnfeld und der Kunsthistoriker Olaf Mextorf begleiten die Besucher fachkundig bei dieser „zeitgemäßen“ Annäherung an die Kunst und laden ein, das vielfältige Ausstellungsprogramm des Arp Museums Bahnhof Rolandseck gemeinsam zu erkunden.
Workshops
Kunst mit Kind und Kegel - Workshop Kreative Kids am Freitag, 12. Dezember von 15 bis 16.30 Uhr: An jedem zweiten Freitag im Monat können Kinder ihre Kreativität in einem offenen Museumsworkshop entdecken. Parallel dazu findet für die Eltern eine Führung durch die wechselnden Ausstellungen statt (Kunst mit Kind und Kegel).
Perlenarbeiten mit Uta Bamberger - Sophie Taeuber-Arp trifft Ernesto Neto am Sonntag, 14. Dezember von 11 bis 17 Uhr: In Anlehnung an die textilen Objekte von Ernesto Neto können Schmuckstücke mit kunsthandwerklichen Techniken Sophie Taeuber-Arps gefertigt werden. Ein Zusammenspiel von Textilem und Glasperlen. Für Erwachsene und Jugendliche. Teilnehmer: maximal zwölf Personen. Anmeldung für Führungen und Workshops unter Tel. (0 22 28) 94 25 63 oder per Mail an fuehrungen@arpmuseum.org. Das Museum im Netz: Das komplette Programm finden Interessierte unter: www.arpmuseum.org, Facebook: www.facebook.com/arpmuseumbahnhofrolandseck, Twitter (#arpmuseum). Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen von 11 bis 18 Uhr; am 24. und 31. Dezember ist das Museum geschlossen.
