Jakobsmarkt in Remagen erfolgreich auch bei Regen
Weltneuheiten neben Omas Bürste
Marktbeschicker und Kunden waren zufrieden mit der Veranstaltung
Remagen. Weltneuheiten, die gute alte Wurzelbürste, schicker Schmuck und wertloser Tand, Alles für Haus und Hof, Gelegenheit zum Bummeln, Sehen und Gesehen-Werden - der Jakobsmarkt 2013 war auch in seiner zweiten Auflage ein Renner. Es regnete den ganzen Tag, nur kurz unterbrochen von trockenen Momenten. Doch das konnte den Andrang nicht verringern. „Ich bin nicht das erste Mal hier und will es einfach mal ausprobieren. Ich komme auf meine Kosten und werde gerne wieder nach Remagen fahren“, zog Dhara S. Reisner eine durchwachsene, aber doch positive Bilanz. Sie ist Saxophonistin und Saxoflötenbauerin und hatte Musikinstrumente aus eigener Produktion dabei. In so manchem Haushalt, vor allem in den Küchen, am und im Auto, in Garten und Wohnzimmer, eigentlich überall werden sich ab dieser Woche Werkzeuge, Reiniger, Geräte und vieles mehr finden, was in Remagen über die Standtheken ging. Die Keramikpfanne in ungewöhnlichem Brombeer mit „garantiert fettfreiem Braten“, Hobel und Quirl mit Silikongriffen oder die gute alte Nudelrolle, brandaktuelle Erzeugnisse (natürlich auch „aus der Weltraumforschung“ oder „in Remagen als Weltpremiere“), alles natürlich bekannt aus Funk und Fernsehen, wurden angepriesen. „Kleben wie die Profis“, „Dieser Lappen im Auto ist gut für die Scheiben, aber auch für den Angstschweiß wegen der Radarfallen“, „Nur mit diesem Mittel werden die Möbel wie neu“, waren da nur einige der wortreichen und fantasievollen Anpreisungen. „Der Reiniger der neuen Dimension“ durfte da in der Einkaufstasche nicht fehlen, die Ziegenbutter-Lotion für die reife Haut, das Sockenpaket und der passende Schmuck zur Polyesterbluse, gleich noch für drunter ein BH, der Herr trägt wieder Hosenträger - und zwar in mutigen Farben und Designs. Wem die Einkäufe zu schwer wurden, der konnte seine Gelenke mit neuartigen Wundertapes stützen oder sich mit den leckersten Gerichten stärken. Schon von weit her konnte der Hungrige seine Speisekarte mit der Nase zusammenstellen.
Kurzwaren und Allerlei
Traditionell bietet der zwei Sonntage dauernde Markt den Hausfrauen und -männern fast alles, was das Herz begehrt. Kurzwaren, dieser Ausdruck ist heute im Sprachgebrauch fast ausgestorben, in Remagen lebt er. Knöpfe, Garne, Scheren, Reißverschlüsse in allen Farben und Längen, Töpfe, Pfannen, Gewürze, Gefäße vom Plastik bis zur Stahlversion, Hobbyköche werden sich mit Kuchen- und Plätzchenformen eingedeckt haben. Die passenden Karten gab es gleich nebenan. Und wer ein neues Portemonnaie brauchte, der schaute am Ende des Rundgangs eher nach einem kleineren Exemplar, denn das Geld war an den Ständen geblieben. Beweis dafür waren die dicken Tüten und Taschen der bummelnden Besucher. Einige hundert Stände, darunter viele Vereine und Institutionen aus Remagen und Umgebung, gestalteten den Jakobsmarkt mit. Viel Ramsch, aber vor allem Praktisches für zu Hause machten wieder diese zwei verkaufsoffenen Sonntage in der Römerstadt aus. Gut, dass sich die meisten Geschäfte, Galerien und Gaststätten der Innenstadt an dem Markt beteiligten und so auch den auswärtigen Besuchern zeigten, was Remagen zu bieten hat. Ein Verkehrschaos blieb aus, da die Mitarbeiter der Stadt, Polizei, Feuerwehr und Hilfsorganisationen den Trubel im Griff hatten. Erfreulich auch, dass sich diese Traditionsveranstaltung von keinem Wetter beeinträchtigen lässt. Beim ersten Tag schwitzen, jetzt nass werden: Die Besucher drängten sich. Wenn auch die überdachten Stände und die überdachte örtliche Gastronomie eindeutig im Vorteil war.
Bratkartoffeln fast ohne Fett wurden auf den beschichteten Keramikpfannen gebrutzelt.
Zufrieden waren auch die Remagener Marktbeschicker mit dem Andrang der Besucher.
