Eifelverein Remagen zu Besuch in Antweiler an der oberen Ahr
Wo dreizehn Wildschweine im Galopp entkamen
Abwechslungsreiche Wanderung wartete mit so mancher Geschichte auf
Remagen. Endlich wieder eine echte Winterwanderung unter schneelastgebeugten Bäumen im Wald oder über frostklirrende, schneeweiße Felder, so hell im gleißenden Sonnenlicht, dass man die Augen zukneifen muss. Wohl derartige Illusionen lockten nicht weniger als 54 Teilnehmer zur Winterwanderung des Eifelvereins Remagen nach Antweiler an die obere Ahr.
Zwei Tage zuvor wären diese Wunschvorstellungen auch noch alle erfüllt worden. Nun aber hatte ein Wärmeeinbruch die ganze Pracht dahinschmelzen lassen, dem hohen Wasserstand der Ahr war anzusehen, wo der viele, schöne Schnee geblieben war. Trotzdem wurde es eine gelungene und abwechslungsreiche Wanderung, zumal das Wetter einigermaßen mitspielte. Die höchst aktiven Eifelfreunde in Antweiler haben nicht nur in Eigenregie auf dem ehemaligen Bahngelände eine komfortable Vereinshütte errichtet, sondern auch einen bildhübschen Wanderpfad am Berghang entlang hinüber zum Eichenbachtal angelegt. Nicht ohne berechtigten Stolz wurde dieser Weg vorgeführt. Traumhaft schöne Moospolster in allen Grün- und Gelb-Tönen, von ganz dunkel bis ganz hell, gab es dort zu bewundern. Eine blitzeblanke Patronenhülse lag auf dem Weg und erinnerte an eine wenige Tage zuvor dort durchgeführte Treibjagd, von der man sich noch in Jahrzehnten erzählen wird.
Zwanzig Wildschweine waren eingekesselt, als die schlauen Tiere merkten, es solle ihnen wohl an den Kragen gehen. Da brachen plötzlich alle zwanzig an ein und derselben Stelle aus der Umzingelung in einer wahnsinnigen Geschwindigkeit, dem Schweinsgalopp, aus. So schnell konnten die Jäger unmöglich alle schießen. Nur sieben Schweine blieben auf der Strecke, dreizehn entkamen. Von Eichenbach mit seinen kleinen, idyllischen Fachwerkhäusern ging es weiter nach Fuchshofen, oder, wie die Einheimischen sagen, Fusshoff, und von dort auf dem ehemaligen Bahndamm zurück nach Annwill (Antweiler). Ob der Dialekt mehr vom Rhein oder mehr von der Mosel beeinflusst sei? „Eifelplatt“, bekam man zur Antwort, jedes Dorf spreche anders. Inzwischen war in der Hütte alles bestens für die Rückkehr der Wanderer vorbereitet worden. Es gab Erbsensuppe mit knackigen Würstchen und vor allem selbstgemachte Kuchen und Torten von erlesener Qualität.
Allein schon dafür lohnte sich der weite Weg von Remagen bis an die Westgrenze des Kreisgebietes.
