Konrad Beikircher begeistert mit Jubiläumsprogramm
Zuspruch für Konzept „Kultur und Kulinarik“
Remagen. Bereits zum elften Mal gastierte am vergangenen Freitag Konrad Beikircher mit seinem Jubiläumsprogramm „Das Beste aus 35 Jahren“ in der Remagener Rheinhalle. Mehr als 600 Zuschauer wollten sich auch die Zusammenfassung seiner bisherigen Programme nicht entgehen lassen. Denn die rheinische Trilogie von Beikircher in nunmehr zehn Teilen wird im elften Teil zum Besten zusammengefasst. Ein Programm, welches aufgehen sollte.
Denn der Künstler erinnerte sich bereits zu Beginn an seine Anfänge und die Schwierigkeit, ein Publikum richtig zu begrüßen. Hierfür hat der Rheinländer ja seine eigene Zeit geschaffen, das Futura Praetritum oder die zukünftige Vergangenheit. Konrad Beikircher erzählte von seinen Anfängen als Student und den Schwierigkeiten, dass man eine Studienerlaubnis nur mit Aufenthaltsgenehmigung bekommen konnte, und das eine ohne das andere nicht funktioniere.
Das hatte er bereits in Wien zu spüren bekommen. Doch ein Tipp seines Vaters half weiter. Der empfahl ihm einen 100-Schilling-Schein in den Pass zu legen und den Beamten darum zu bitten, den Pass genau zu prüfen.
Das funktionierte dann auch ausgezeichnet und davon inspiriert, sollte das Ganze auch in Bonn durchgeführt werden. Damals mit einem 20-Mark-Schein.
Der Beamte prüfte den Pass, fand den Geldschein und gab diesen mit spitzen Fingern zurück und der Bemerkung: „Den Stempel gibt es hier auch so…“, freilich im rheinischen Dialekt. Dieser Dialekt ist es auch, der es Konrad Beikircher angetan hatte, der hierbei auch als Sprachforscher sein Brot verdienen könnte. Ebenfalls auch als Gastrokritiker denn er konnte so einiges erzählen von Empfängen auf Schloss Bensberg und den Eigentümlichkeiten bei der Verleihung des Wein-Awards. Die Pause war dann an diesem Freitag etwas länger, nutzte der Künstler doch die Möglichkeit zum Dialog mit dem Publikum, was bedeutete, zahlreiche Bücher und CDs zu signieren. In der Zwischenzeit konnte sich das Publikum an verschiedenen Ständen der Remagener Gastronomen stärken, welche kleine Häppchen vorbereitet hatten und gemeinsam mit Wirtschaftsförderer Marc Bohrs ihre Leistungskraft unter Beweis stellten. Ein Konzept, das überaus gut aufging und bei allen Beteiligten für zufriedene Gesichter sorgte. Nach dieser Stärkung war man denn auch bereit dem Künstler bei seinen Ausführungen über das Wort „Ei“ zuzuhören, welches je nach Region eine andere Bedeutung bzw. Intonation hat. Erstaunlich, was Beikircher aus so einer banalen Sache machen konnte, wobei das alles einen fast schon wissenschaftlichen Anspruch hatte und auch in einem Proseminar für Germanistik hätte nicht besser vermittelt werden können. Zum Schluss verriet Konrad Beikircher allerdings noch ein persönliches Geheimnis, nämlich seine Bewunderung des rheinischen Witzes, der immer in einer Absurdität endet. Nicht nur bei Tünnes und Schäl, sondern auch in Köln-Kalk, wo ein Kölsches Urgestein einen Türken dabei beobachtet, wie dieser mit einem Teppichklopfer auf einen Teppich einschlägt. Seine Frage nach dem dritten Klopfer: „Springt er nicht an?“ Die Zuschauer waren begeistert und dankten es mit lang anhaltendem Applaus. Höchst erfreulich, dass Konrad Beikircher ein so treues, über alle Altersspannen treues Publikum hat, denn er verzichtet überwiegend auf Zoten und Schenkelklatscher, ihm muss man zuhören und manchmal sogar mitdenken.
Geduldig erfüllte Konrad Beikircher alle Autogrammwünsche seiner Fans
