Realschule plus Puderbach
„Austausch mit Hindernissen“
Der Weg in die Normandie wurde durch 1,50 Meter Neuschnee zeitweise blockiert
Puderbach. Auf dem Weg nach Saint Sauveur Lendelin, dem Standort der französischen Partnerschule der Realschule plus in Puderbach sollten die Abenteurer unter den Reisenden voll auf ihre Kosten kommen. Während in Belgien erste Schneefälle für Entzücken unter den Schülern sorgten, sollte 30 km vor dem Ziel das Wetter einen Strich durch die Rechnung machen. Gegen 1,50m Neuschnee kamen auch die spontan aufgezogenen Schneeketten auf dem Bus nicht mehr an. Die Straßen wurden von der Polizei gesperrt und nach viel Telefonieren konnte die Reisegruppe unter den Fittichen von Lehrerin Kornelia Pees und dem Lehrer Daniel Jung die Quartiere der Schüler im Internat des Gymnasiums Le Verrier in Saint-Lô beziehen, die es aufgrund der unerwarteten Schneemassen ebenfalls nicht an ihr Ziel geschafft hatten. Es gab leckeres Essen, tolle Betreuung und aus der Not wurde einfach eine Tugend gemacht. Praktischerweise standen die deutschen Lehrer für Unterricht, der am Internat auszufallen drohte, zur Verfügung und als Dank wurde zu einer Theateraufführung im Stadttheater eingeladen. Zwei Tage später wurde die Alarmstufe rot in der Normandie wieder aufgehoben und das Militär konnte endlich die Straßen räumen, sodass eine Weiterfahrt zum eigentlichen Zielort möglich wurde, wo die Franzosen ihre Austauschpartner schon erwarteten. Um 14.45 Uhr wurde die Gruppe dann von einem Schnee schaufelnden Schulleiter und einer völlig durchgefrorenen Frau Farin begrüßt und die Schüler konnten von ihren Gasteltern in Empfang genommen werden. Es war kein Regelunterricht möglich, da nach wie vor keine Schulbusse fuhren, also waren spontane Ideen gefragt. Die Zeit wurde mit Mindmapping über das Leben in Frankreich, Videovorträgen der deutschen Schüler und einem Rundgang durch die Gastschule überbrückt. Außerdem wurden die liebevoll ausgewählten Gastgeschenke überreicht und Leckereien gebacken. Ein Highlight war die Aufführung einer Szene der Bremer Stadtmusikanten seitens der französischen Deutschschüler der Klassenstufe neun mit einem anschließenden Stadtbummel am Nachmittag im nahegelegenen Städtchen Coutances.
Nach einem Wochenende in den Gastfamilien wurde noch ein wenig Kultur getankt und der Mont Saint Michel angesteuert, bevor es dann, angesichts der Verkürzung ohnehin viel zu schnell, wieder nach Hause ging. Alles in allem bot dieser Schüleraustausch ein hohes Maß an Abenteuer, spontaner Ideen, leckeren Essens und interkultureller Begegnungen. Ob die Franzosen bei ihrem Gegenbesuch ab 21. Mai genauso viele Überraschungen erwarten?
